So bin ich denn nun auch hier gelandet und möchte mich hiermit ausgiebig vorstellen, da sich in meinem (nun 29-jährigen) Leben so einiges angesammelt hat, was als Hintergrund-Info interessant sein sollte. Es wird vermutlich ein etwas längerer Vorstellungsbeitrag, aber ich versuche, bestmöglich zu strukturieren.
1. meine vergangenen Jahre
1.1 sexuelle Vergangenheit
Ich bin, wie gesagt, 29 Jahre alt und war bisher sexuell nur sehr wenig aktiv. Hatte von 20 bis 25 eine 5 Jahre haltende Beziehung (mit recht wenig Sex, ca. 1x/Woche, weil Partnerin nie von selbst die Initiative ergriff und ich mich nicht aufdrängen wollte). Es funktionierte. Wir verhüteten übrigens mit Pille, ohne Kondom... (dazu weiter unten). Nach 5 Jahren war die Beziehung (aus anderen Gründen) vorüber.
1.2 Lebensumstände
Seit nunmehr 9 Jahren sind meine Lebensumstände echt widrig für meinen Körper, dafür braucht man kein Fachmann zu sein, um das zu sehen. Zwar rauche und trinke ich nicht, aaaaaber:
- jahrelange Depressionen (mitunter Psychiatrie-Aufenthalt, 1 Jahr lang Gabe von Cipralex, 1 Jahr Fluoxetin, das liegt nun 3 Monate zurück)
- mit 20 Jahren diagnostizierte Schilddrüsen-Unterfunktion, deren Behandlung (Einnahem von 75 mg L-Thyroxin) ich 18 Monate lang "verschluderte" bis ich zum Arzt ging, weil meine Haare (zusätzlich zu meiner sowieso schon vorhandenen androgenetischen Alopezie-Neigung nun diffus(!!) total dünn geworden waren... Nehme seither (seit 6 Monaten) wieder L-Thyroxin, jedoch Haare bisher ohne Besserung
- Bin seit meiner Pubertät Vegetarier, allerdings über lange Zeiträume ohne mich dabei "bewusst vollwertig" zu ernähren, sondern eher vegetarisches Fastfood.
- Seit vielen Jahren habe ich (wegen Studium und Privatleben) EXTREMEN Stress
- Damit verbunden ganz, ganz gewaltige Probleme mit dem Schlafrhythmus, seit JAHREN, an 365 Tagen im Jahr!!
- seit Jahren kaum noch körperliche Aktivitäten (Sport), weil eh jeden Tag total ausgelaugt wegen Stress, Schlafmangel und Müdigkeit.
Wie man sieht, da kommt einiges Zusammen, was eine ED begünstigt.
2. aktuelle Situation2.1 Im siebten Himmel!
Vor 6 Wochen habe ich meine absolute TRAUMFRAU (21) kennengelernt. Und ich bin ihr TRAUMMANN. Es ist ALLES so PERFEKT, dass wir uns täglich fragen müssen, ob wir träumen oder wachen. Unbeschreiblich TOLL, und WENN wir es unseren Freunden beschrieben, es würde keiner glauben. Wir fühlen uns wie die glücklichsten Menschen auf 100.000 Ebenen des Lebens und der Liebe. Wir würden eigentlich sofort den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen, so überwältigt sind wir von dieser Liebe!! - wäre da nicht meine ED, die ich in diesem Zusammenhang erstmals bemerkte:
Seit 4 Jahren hatte ich keine Sex-Partnerin mehr, und nachdem wir nun einige Nächte miteinander verbracht hatten, in denen wir zunächst schüchtern gekuschelt und uns später manuell stimuliert hatten (mit tollem Orgasmus, wie gewohnt von Masturbation zu meiner Solo-Zeit) stellte ich leider fest, dass meine Erektion für den GV nicht hart genug ist. Es klappte einfach nicht.
2.2 Schock, Verständnis, Ungeduld
Im ersten Moment war das natürlich ein RIESEN-Schock für mich und machte mich total traurig. Meine Freundin reagierte verstört, wie das denn sein könne, wenn ich doch SAGEN würde, dass ich sie sooooo erotisch finde (was im übrigen auch zu 100% stimmt, sie ist - sorry für den Ausdruck - eine "Sex-Göttin", wie sie meine kühnsten Wunschträume übersteigt)... offenbar würde sie mich nicht heiß genug machen, weil sonst hätte ich ja eine zementharte Latte (von diesem Glauben kommt sie auch nach nunmehr 5 Wochen eeeewiger Erklärungen und Gespräche einfach nicht weg. Sie kann sich das nicht VORSTELLEN, dass der Mann nicht komplett hart wird, wenn er doch - angeblich - so dolle sexuell erregt ist).
Nun denn, als sie aber sah, wie stark mich dieses "Versagen" traf, redete sie mir lange zu, sie würde mir alles Verständnis und alle Zeit der Welt geben, ich bräuchte keine Angst zu haben.
Seither haben wir noch 5mal versucht, miteinander zu schlafen. Jedesmal derselbe Mist. Da sie keinerlei Verhütungshormone an ihren Körper lässt, muss in jeden Falle ein Kondom sein, welches dann auch über-über-vorsichtig und genau und langsam angebracht wird, damit bloß nicht ein Mini-Tröpfchen des bereits feuchten Gliedes an irgendeine Oberfläche gelangt, die mit ihrer Haut in Berühung kommen könnte. Bei dieser Prozedur, wird er bisher immer zu schlaff... Seit einiger Zeit kommt es aber gar nicht mehr so weit, dass wir ein Kondom aufsetzen würden, weil er schon vorher gar nicht mehr hart genug wird (hier: Kopfsache, denke ich).
Die paar Male, die wir es bisher versucht haben, endeten immer mit einer HEFTIGEN (mir gegenüber unsensiblen) Frustreaktion ihrerseits: "Määääänsch!! Jetzt geh doch ENDLICH mal zum Arzt! Das hatten wir jetzt schon 100.000mal!!! Echt, da hab ich kein Bock mehr drauf!!"
Und hier die (fatale) Erklärung für diese Reaktion: Ihre letzte Beziehung dauerte 1,5 Jahre - und wie sie mir nun erklärte hatte ihr damaliger Freund EXAKT dieselben Probleme!!! In diesen 1,5 Jahren hat sie, wie sie sagt, ALLES an Geduld bzgl. dieses Themas aufgebraucht, was sie zur Verfügung hatte... Zitat: "Ich war wirklich die ganze Zeit soooo verständnisvoll. Oft hat ER dann nächtelang durchgeweint, und ich musste ihn trösten, hab ich auch alles gemacht. wir haben alles versucht, ganz geduldig. zum Arzt gegangen ist er nie, um sich mal durchchecken zu lassen, obwohl er es stets versprochen hatte..." (daher auch das "geh doch ENDLICH mal zum Arzt" mir gegenüber) ... Sie weiter: "Klar, im Kopf weiß ich, dass DU nichts dafür kannst, dass ich diese Kacke jetzt schon fast 2 Jahre mitmache, aber versteh bitte auch, dass meine Geduld total am Ende ist... ich will endlich wieder SEX HABEN mit dem Mann, den ich liebe. Ist das denn zu viel verlangt?"
Liebe Kollegen, das ist doch mal eine beschissene Ausgangslage, oder???
Im Ernst, die Frau ist in JEDER Hinsicht mein Traum, und wäre unser ED-Problem nicht, ich glaub, ich würde sie sofort heiraten, nach nur 6 Wochen!!! Und sie würde höchstwahrscheinlich JA sagen, weil sie mich genau so toll findet - eben bis auf die ED!!!
2.3 ärztliche Konsultation
Wie ging's also weiter: Nachdem das zum zweiten Mal vorgekommen war, ging ich noch am gleichen Nachmittag sofort zu meinem derzeit behandelnden Psychotherapeuten wegen akuten Gesprächsbedarfs (dieser war leider gerade im Urlaub, wie ich dort erfuhr)... okay, weiter zu meinem Hausarzt (Allgemeinmediziner), kam auch sofort dran. Gespräch mit ihm, und er war sich sicher, dass es in meinem Falle psychische Gründe sind, oder eben noch Nebenwirkungen des Antidepressivums, welches ich bis kurz zuvor genommen hatte. Ich solle noch etwas Geduld mit mir haben, das würde schon werden. Und falls es die nächsten Wochen so bliebe, könnte er mir ne zeitlang Viagra verschreiben für erste Erfolgserlebnisse. (Den Psychotherapeuten traf ich 2 Wochen später dann an, und er meinte auch, das wäre wohl Kopfsache bei mir... ODER eben eine Folge meines IMMENSEN Stresses, den ich seit vielen Jahren mit Studium, Nebenjob(s) und privaten Problemen habe - da sollte ich mit den Nebenjobs sehr bald kürzer treten). Eine urologische Abklärung hielten beide Ärzte nicht für zwingend notwendig.
2.4 weitere Versuche im Bett
Als wir dann das 3. Mal versuchten, miteinander zu schlafen, war die Erektion bei etwa 70% und es reichte sogar nach Aufstreifen des Kondoms noch aus für eine Missionarsstellung. In sie eingedrungen, blieb die Erektion bei gefühlten 70% und ich nutzte "die Gunst der Stunde" für ein erstes "Erfolgserlebnis" und machte keine Anstalten, den nahenden Orgasmus (z.B. durch langsameres Stoßen) hinauszuzögern, so dass ich nach nur 2 Minuten dann in ihr kam... Ich war erst mal glücklich, dass es ÜBERHAUPT funktioniert hatte, diesmal mit ihr zu schlafen... sie war nur so mäßig zufrieden, weil es ja schon eine krass kurze Nummer war, die wir gar nicht auskosten konnten... wir schauten uns danach an und waren uns erstmal einig: "Ich glaube, das kriegen wir jetzt so hin, ohne Urologen. War doch zumindest kein schlechter Anfang!"... Nachdem es die nächsten Male (4) und (5) dann aber wiederum nicht klappte, riss ihr Geduldsfaden und sie war total angepisst - von der Situation als Ganze, nicht von mir im Speziellen... aber besonders sanfte Worte zu finden, mühte sie sich nicht gerade...
2.5 Erstbesuch beim Urologen
Ich also am nächsten Tag tasächlich zum Uro, ihm meine ganze Geschichte erzählt. Er war sehr nett, hörte sich alles an und meinte, er könne mir PDE-5-Hemmer verschreiben. Ich zögerte, weil ich zuvor lieber eine andere Lösung versuchen wollte. Nach meinen Recherchen HIER eine Nacht zuvor, hatte ich den Eindruck, dass ich mit meiner Vorgeschichte (Lebensumstände, s.o.) ein klassischer Kandidat für Arginin- oder Procyanidin-Mangel bin. Ich sprach ihn auf L'Arginin an und er meinte, das sei auch ein Ansatz, ich solle mir mal aus der Apotheke Euviril oder ein vergleichbares Mittel mit L-Arginin holen. So nehme ich nun seit 2 Tagen täglich 3 Brausetabletten à 2000 mg L-Arginin.
3. Mein Plan für den Beginn3.1 Ernährung
Darüber hinaus habe ich sehr viel recherchiert, in welchen Lebensmitteln die beiden o.g. Stoffe enthalten sind. Demzufolge war ich heute ausgiebig einkaufen und auf meinem Speiseplan für die nächsten Wochen stehen:
für L-Arginin:
- Kürbiskerne (bäh, mag ich nicht)
- Erdnüsse (lecker, lecker)
- Erbsen
- Cashewkerne
- Sesamsamen und Sesamöl
- ungeschälter Reis
- sowie eben die o.g. L-Arginin-Brausetabletten
für Procyanidin/Flavoride:
- möglichst naturbelassener Kakao (rühre 3 EL in lauwarmem Wasser glatt)
- 85%-Edelbitter-Schokolade (z.Zt. von Lindt)
- Traubenkernmehl und -öl
- Citrusfrüchte, Äpfel
generell: fettarme, eiweißreiche Ernährung
- Vollkornbrot und Eiweißbrot (aus der Bäckerei, Vollkorn mit Weizeneiweiß, kaum Kohlenhydrate)
- roter Kur-Traubensaft
- Magerquark
- Haferflocken
- Wassermelone (für Citrulline, hat allerdings derzeit nicht Saison)
3.2 darüber hinaus
- Stress reduzieren (Nebejobs kündigen und eine zeitlang von Ersparnissen leben)
- konsequent besserer Schlafrhythmus (haha, schaut mal auf die Uhr, während ich das hier schreibe)
- VIEL mehr Sport machen (wollte ich sowieso, bin so ne schlappe Nudel geworden, gar nicht schön)
Ich glaube, mit dem o.g. Ernährungsprogramm sollte ein Arginin- oder Procyanidin-Mangel schnell behoben sein und erste Erfolge vielleicht in 4 Wochen merkbar sein. Hat sich aber nach 12 Wochen noch nichts gebessert, so schließe ich einen Arginin-Mangel als Ursache für die ED aus und muss nach anderen Gründen forschen.
Beim Uro wurden unterdessen heute Blutabnahme und Urinprobe gemacht. Anfang Januar ist dann Ultraschall und ggfs. manuelle Untersuchung dran.
4. Und nun? Umgang mit dem akuten Problem?
Oooookay, so weit erst mal zu meiner Situation. Bleiben jetzt gerade akut noch 2 Fragen, die die Welt bewegen:
1) Ist es eigentlich unbedenklich, die Erdnusskerne auch mit den roten Häutchen zu essen? Hab dazu echt nirgendwo was gefunden, außer eine Aussage in dem Mammut-Thread zu Arginin, wo jemand meinte, dass da ganz wertvolle Stoffe drin seien.
2) VIEL WICHTIGER: Ich verstehe die Ungeduld meiner Freundin. Echt. Ist ja wirklich DUMM GELAUFEN, dass sie sich 1,5 Jahre mit einem ED-Patienten abmüht, im alle Geduld der Welt schenkt, und dann - vom Regen in die Traufe - bei mir landet. Sie ist sehr sehr sexuell und erotisch, den ganzen Tag hindurch. Eigentlich gefällt mir das sehr. Welcher Mann träumt nicht davon??? Aber vor jedem erneuten Mal, das wir miteinander schlafen (wozu sie fast in jeder Minute des Tages bereit ist, und äußert den Wunsch auch oft) habe ich immer mehr Angst, dass sie genervt reagiert, wenn es nicht klappt.
Ich habe ihr nun lang und breit von meinen Recherchen in diesem Forum erzählt und erklärt, was mir alle drei behandelnden Ärzte geraten haben. Habe ihr all meine Pläne ganz offen gelegt, was ich jetzt vorhabe, bin aber so realistisch, dass ich ihr sage, dass das Problem sich nicht von heute auf morgen lösen wird, sondern 4 oder 8 oder gar mehr Wochen in Anspruch nehmen kann. Das hat sie TOTAL FRUSTRIERT. Sie ist von der Situation nur noch angenervt, was mich natürlich unter zusätzlichen Druck stellt. Wir "wissen" beide, dass ihr strapazierter Gedulsfaden zu 90% an der langen, frustrierenden Zeit mit ihrem Ex liegt... aber Frust bleibt Frust... ich weiß nicht recht, wie wir jetzt damit umgehen sollen.
Sie hat das Gefühl, ich begehre sie als Frau gar nicht richtig, weil ich nicht ständig auf ihre sexuellen Annäherungsversuche eingehe. Als wäre sie die einzige von uns beiden in der Beziehung, die Sex wolle, und ich würde sie nur als "platonische Freundin" haben wollen (denn es stimmt schon, wenn wir uns sexuell NICHT attraktiv FÄNDEN, würden wir tatsächlich das PERFEKTE Paar platonischer Freunde abgeben, soooo gut passen wir im Alltag zueinander... es IST aber nicht so: Ich finde sie hammer-hammer-hammer-hammer-erotisch, ich glaube, das habe ich jetzt oft genug geschrieben, in den letzten 6 Wochen habe ich mich nach KEINER Frau mehr umgedreht (was ich früher ständig gemacht hatte), denn da kann mir alle heißesten Top-Models der Welt gleichzeitig auf die Bettkante setzen, die sind NICHTS gegen MEINE Freundin

) Wenn ich könnte, würde ich 3mal täglich mit ihr schlafen, JEDEN Tag. (naja fast jeden, nicht während ihrer Tage)
Ich hoffe ja, dass der Weg, den ich nun eingeschlagen habe (Arginin plus ganz gezielte Ernährung) eine Besserung bringt. Aber ich bin doch stark verunsichert, wie ich mich ihr gegenüber in dem Punkt Sex/ED in der nächsten Zeit verhalten soll.
(allen, die bis hierher durchgehalten vielen Dank für's Lesen. Über ein paar hilfreiche Antworten würde ich mich echt freuen)