Hallo zusammen,
hier ein kurzer Kommentar von mir für alle, die sich evtl. mit dem Gedanken einer Hormontherapie auseinandersetzen.
Im Moment sind sich wohl noch nicht alle Ärzte einig, ob eine Testosterontherapie überhaupt sinnvoll ist. Es ist jedenfalls bei Testosteronmangel nur selten so, dass nur die Sexualität darunter leidet. Auch ständige Müdigkeit, nachlassende Muskelkraft und geringere Leistungsfähigkeit, aber auch eine Abnahme der Knochendichte treten dann ganz häufig auf. Wenn nur die Erektionsstörungen auffallen und sonst obige Symptome gar nicht auftreten, und der Testosteronwert evtl. nur geringfügig unter dem Normalwert liegt, gibt es für die Erektionsstörungen vielleicht noch einen anderen Grund, und mit einer Hormontherapie ließe sich das Problem dann vielleicht gar nicht lösen.
Ich führe mal die Möglichkeiten auf, die mir bisher bekannt sind, inklusive der Vor- und Nachteile. Persönliche Erfahrungen habe ich damit aber noch keine.
1) Spritzen
Der Mann erhält regelmäßig Spritzen in Muskelgewebe. Nicht direkt ins Blut, da die Hormone dann ganz schnell wieder abgebaut würden. Aus dem Muskel baut der Körper das Testosteron dann langsamer ab. Das sind die sogenannten Depot-Spritzen, die albe oben schon erwähnt hat. Trotzdem gibt es hier den Nachteil des schwankenden Testosteronspiegels. Direkt nach der Spritze steigt der Spiegel stark an und sinkt dann wieder stetig ab bis zur nächsten Spritze, wodurch ein meist unangenehmer Achterbahneffekt entsteht.
2) Tabletten
Das geht wohl auch, hat aber den Nachteil, dass die Tabletten verdaut werden und der größte Anteil des Wirkstoffs gar nicht erst ins Blut kommt, sondern im Verdauungstrakt und im Magen zersetzt wird. Wahrscheinlich kann es auch hier zu diesem Schwankungseffekt kommen, es sei denn, man nimmt die ganz regelmäßig. Empfohlen wird glaube ich meist eine dreimalige Einnahme am Tag.
3) Pflaster
Hormonpflaster, die auf die Haut geklebt werden, geben die Hormone recht gleichmäßig ab. Hier dürften die Schwankungen also nicht mehr so stark sein. Allerdings kann das wohl oft Hautallergien auslösen. Alternativ kann man solche Pflaster wohl auch direkt auf die Hoden kleben, wodurch die Allergiegefahr wohl minimiert werden kann. Das kann sich aber dann vielleicht auch unangenehm anfühlen, zumal die Hoden vorher ja dann rasiert werden müssen, und das eine kratzige Angelegenheit werden kann, wenn die
Haare dann unter dem Pflaster nachwachsen

4) Gel
Es gibt auch Hormongel, das meist täglich auf die Haut aufgetragen wird. Allergien gibts da wohl kaum, und der Hormonspiegel bleibt dann auch recht konstant. Wahrscheinlich eine der angenehmeren Methoden.
Ich weiß nicht genau, nach welchen Kriterien die passende Methode ausgesucht wird. Wahrscheinlich passt nicht jede Methode zu jedem Mann. Kommt wahrscheinlich auf die Symptome und die Höhe des Testosteronspiegels an, und ob der Mann jeden Tag daran denken mag, irgendetwas zu schlucken oder sich einzureiben.
Ganz wichtig ist auf jeden Fall die Abklärung der Nebenwirkungen. Speziell Testosteron kann einige unangenehme Nebenwirkungen haben, wie z.B. die Steigerung des Risikos von Leberschäden, Thrombosen oder Herzinfarkt. Auch ein eventuell "schlafender" Prostatakrebs könnte dadurch "geweckt" werden, bzw. schneller wachsen. Deswegen sollte das von einem Urologen vorher untersucht und während der Behandlung regelmäßig überwacht werden.
Vielleicht hilft das ein bisschen...
Liebe Grüße,
Leseratte