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Allgemeines zum Thema Erektion, Potenzstörung, und Impotenz

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  Mein " coming out" Beitrag #1  
Alt 04.09.2006, 11:28
ray
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2006
Beiträge: 2
Standard Mein " coming out"

Liebe Leidensgenossen und Themeninteressierte,

da ich nun seit ungefähr drei Wochen gezwungen bin mich mit diesem Thema auseinander zu setzen, möchte ich den Einstieg hierfür in diesem Forum suchen.

Ich bin ein 39 jähriger Mann, seit einem Jahr verheiratet und insgesamt 3 Jahre zusammen mit einer wundervollen Frau, die ich sehr liebe.

Bisher wurde ich mit Erektionsstörungen nur vereinzelt konfrontiert, die nach einem, max. zwei "Durchhängern" wieder vorbei waren; Stress, Unwohlsein, schlechtes Wetter, was immer es für Gründe dafür gibt, also bis lang kein Anlaß sich Sorgen zu machen.

Doch nun seit ungefähr drei Wochen findet bei uns praktisch kein Sexualleben mehr statt, wegen "IHM".

Vorab muss ich sagen, dass ich ein sehr sensibeler und gefühlsbetonter Mensch bin, will sagen, dass ich in erster Linie die Gründe psychisch suche.

Also, angefangen vor ca. 3 bis 4 Wochen mit dem ersten Aussetzer, hmm, ok übergangen, 2, 3 Tage später, gleich wieder, wir haben Lust aufeinander, Vorspiel alles gut, Erektion kommt, verschwindet aber auch gleich wieder ,
einher geht bei mir sofort ein Gedankenwirrwarr von wegen "Angst des Versagens", "Schlappschwanz" usw. was sich mit Zunahme der Problematik proportional steigert. Hinzu kommt, dass wir miteinander darüber sehr schlecht sprechen können. Sie beschränkt sich auf den Kommentar: "Wenn bei Dir da was nicht funktioniert, dann geh doch mal zum Arzt", vieleicht hat sie damit ja auch recht, nur war das nicht meine sofortige Intention, gleich zum Arzt zu rennen, der Gedanke, dass da was "kaputt" ist gefiel mir nicht sehr. Ich versuche also erstmal Klarheit in meinen Kopf zu kriegen, aufzuräumen, locker zu werden, versuchen meine Gedanken zu lenken.
Aber passiert ist dann ausschließlich folgendes: Lust --> Vorspiel (alles gut soweit) --> aufkommende Versagensangst --> Kampf dagegen --> jämmerliche Niederlage --> Abbruch --> .
Wir beide versinken dann jeder in seiner Gedankenwelt, wenn wir versuchen darüber zu reden, wird schnell ein Streit draus; ich versuche Ihr zu vermitteln, dass ich bei Ihr Verständnis und Einfühlungsvermögen vermisse (ich fühle mich alleine mit dem Problem), sie fühlt sich von mir angegriffen und meint ich wolle ihr jetzt auch noch die Schuld geben, dass sie auch dadurch deprimiert ist und wo auch immer Gründe sucht ist mir klar.

ich werde mir jetzt wohl doch mal einen guten Urologen suchen, habe aber die größten Schwierigkeiten medikamentös dagegen anzugehen.

Die Möglichkeit, dass auch physische Gründe in Frage kommen schließe ich nicht aus; bin 39, rauche seit 20 Jahren, treibe kaum Sport, ab und an mal Schwimmen und Saune, habe aber kein Übergewicht, nahezu Idealgewicht.

Ok, ich bin froh, hier meine Gedanken mal losgeworden sein zu können und hoffe auf Kommentare, Tips und was immer Euch einfällt .

herzlichst
ray

Geändert von ray (04.09.2006 um 11:39 Uhr)
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  Mein " coming out" Beitrag #2  
Alt 04.09.2006, 12:00
Benutzerbild von Aladdin79
Aladdin79
Benutzer
 
Registriert seit: 06.08.2006
Beiträge: 74
Standard Hallo

hallo ray,
ich bin zwar erst 27 aber bei mir kamen diese probleme auch vor einem jahr die seit dem angehalten haben.
obwohl ich eine partnerin mit sehr viel einfühlungsvermögen habe klappt es oft nicht.in meinem kopf sammeln sich immer wieder grübelein und andere gedanken die es sehr schwer für mich machen daß ich meine errektion halten kann.
ich bin dann vor einem jahr zum urologen gegangen und habe mich untersuchen lassen.körperlich ist alles ok es kommt wohl nur vom kopf her.
seitdem nehme ich regelmäßig potenzmittel die mir aber sehr gut helfen,da ich mich nicht auf das versagen konzentrieren muß.
ich bin seitdem wieder sehr zufrieden mit meinem sexualleben.
geh doch auch erstmal zum urologen und laß dich durch checken.

gruß aladdin79
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  Mein " coming out" Beitrag #3  
Alt 04.09.2006, 19:54
Günther
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 09.06.2005
Ort: München
Beiträge: 275
Standard

Hallo ray,
wie auch schon Aladdin79 gesagt hat, ist es sicher kein Fehler, sich bei einem Urologen mal gründlich untersuchen zu lassen. Aber wie du schon selbst gesagt hast, es muss ein guter Urologe sein. Viele Urologen schieben einfach nur ein Rezept über den Tisch. Da Erektionsstörungen ein erstes, auffälliges Anzeichen einer gefährlichen Krankheit wie beispielsweise Bluthochdruck, Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit oder Diabetes sein kann, ist das schon ein ärztlicher Kunstfehler. In welcher Gegend lebst du? Vielleicht kann ich dir einen Tipp geben.

Praktisch jeder Mann, der mehrmals Erektionsstörungen erlebt hat, hat beim nächsten Mal Versagensängste. Angst und Stress sind aber üble Erektionskiller, da ist "Mann" schnell in einem Teufelskreis. Das "Versagen" sorgt beim nächsten Mal für "Versagensangst", die ihrerseits eine gute Erektion verhindert. Das aber erzeugt beim nächsten Mal noch größere Angst und Stress, was dafür sorgt, dass ....

Das beste Mittel gegen Versagensangst ist, eine Situation zu schaffen, in der es kein Versagen gibt. Konkret heißt das, dass es hilfreich sein kann, erst mal auf Spielarten der Sexualität auszuweichen, die keine Erektion benötigen, die aber trotzdem für beide(!) Partner zum Höhepunkt führen können. Natürlich setzt das voraus, dass die Partner nicht Sex mit Geschlechtsverkehr gleichsetzen, sondern auch andere Formen der Sexualität akzeptieren und genießen können. Das ist sicher aus unterschiedlichen Gründen nicht immer gegeben. Aber vielleicht kann dann die Erektionsstörung auch der Anlass sein, sich mal offen über die gegenseitigen Wünsche, Erwartungen und Grenzen beim Sex auszutauschen. Vielleicht öffnen sich dadurch neue Wege.
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  Mein " coming out" Beitrag #4  
Alt 05.09.2006, 08:18
ray
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2006
Beiträge: 2
Standard

Hallo Günther und Aladdin


Vielen Dank für Eure Tips, untersuchen lassen werde ich mich auf jeden Fall.
Ich komme aus Frankfurt/Main. Hab noch keine Empfehlung für einen guten Urologen bekommen.
Aber für mein inneres Bewusstsein hat schon geholfen, dass ich mich hier mal mitgeteilt habe und mich gedanklich jetzt tiefer damit beschäftige.
Wenn jemanden diese Erfahrung ereilt, dann verdrängt man es zu erst gerne und versucht es auszusitzen und hofft erstmal, dass es einfach vorbei geht und dann alles wieder läuft wie vorher. Aber dieser Teufelskreis ist schon eine fiese Sache.

Liebe Grüße
ray
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  Mein " coming out" Beitrag #5  
Alt 05.09.2006, 08:42
Günther
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 09.06.2005
Ort: München
Beiträge: 275
Standard

Hallo ray,
ich habe dir eine E-Mail mit dem Namen eines empfehlenswerten Urologen in Frankfurt geschickt. Falls du zu dem (oder einem anderen) gehst, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du mir deine Erfahrungen mitteilst. Solche Rückmeldungen helfen uns, in Zukunft Männer noch besser zu beraten.

Geändert von Günther (05.09.2006 um 08:45 Uhr)
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  Mein " coming out" Beitrag #6  
Alt 07.09.2006, 19:06
Gundolf
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.08.2006
Beiträge: 228
Standard

Zitat:
Zitat von Günther
Das beste Mittel gegen Versagensangst ist, eine Situation zu schaffen, in der es kein Versagen gibt. Konkret heißt das, dass es hilfreich sein kann, erst mal auf Spielarten der Sexualität auszuweichen, die keine Erektion benötigen, die aber trotzdem für beide(!) Partner zum Höhepunkt führen können.
Ein sehr guter Tip den man leider viel zu selten liest. Ich habe grundsätzlich keine Probleme IHN aufzurichten. Leider fällt ER manchmal aber genauso schnell wieder zusammen. Eine Tablette 20mg Generica pro Woche (geteilt) reicht mir völlig. Die Nebenwirkungen sind akzeptabel und SIE bekomme ich dann dort hin wo es absolut nicht mehr weiter geht.
Die restliche Zeit, wenn vorhanden, verwende ich Finger, Zunge und/oder Mund. Und da geht es auch ordentlich ab. Und dann gibt es noch Spielzeuge die richtig angewandt SIE auch zum Höhepunkt bringen können.

Wir sollten endlich mal den Gedanken aus dem Kopf bekommen IMMER KÖNNEN ZU MÜSSEN. Das ist gar nicht unbedingt notwendig und macht alles nur schlimmer.

Gruß Gundolf
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  Mein " coming out" Beitrag #7  
Alt 07.09.2006, 21:12
Günther
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 09.06.2005
Ort: München
Beiträge: 275
Standard

Hallo Gundolf,
noch ein Gedanke, der oft zu kurz kommt: Sex ist nichts todernstes. Deshalb möchte ich meinen Hinweis auf die Spielarten der Sexualität, die keine Erektion erfordern, noch mit etwas Humor unterstreichen.

In meiner hessischen Heimat (in der ich allerdings schon lange nicht mehr lebe) gibt es den weisen Spruch: Solang ich hab' noch Mund und Händ, bin ich weiß Gott net impotent.

Und ein Witz: "Ach, Gabi! – Peter ist jetzt echt zu 300 Prozent impotent." "Na, übertreibst du da nicht ein bisschen?" "Nööh. – So ging es ja schon länger nicht mehr. Aber jetzt ist er die Kellertreppe runter gefallen und hat sich beide Hände gebrochen und auf die Zunge gebissen."
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