Servus zusammen,
Erstmal ein paar Daten zu meiner Person, damit ihr euch ein Bild vom Autor und seinen Problemen machen könnt, damit dieser Thread nicht ganz so trocken bleibt.
Mein Name ist Georgios, ich bin 20 Jahre alt, bin selbst in einer festen "Fern"-Beziehung. Ich hatte bzw. habe auch Schwierigkeiten eine Erektion zu bekommen bzw. aufrecht zu erhalten. Ich war zwar bis zu meinem 19. Lebensjahr noch Jungfrau, meines Erachtens freiwillig

, aber seitdem ich meine "Liebe" gefunden habe, war es erstmal vorbei mit der Enthaltsamkeit.
Wie vielleicht bei vielen Männern (laut Arztanfrage nur 10%) leide ich an Erektiler Dysfunktion. Anfangs verlief der zärtliche Austausch mit meiner Partnerin ohne kompleten GV. Nach allmählichen Fortschritt steigerten wir uns dann bis zum Geschlechtsverkehr, aber ich habe es noch nie über 1 mal geschafft, GV in einer Nacht zu haben, was mich auch selber stets bedrückt.
Ich habe diesen Thread nicht eröffnet, weil ich meine Probleme diskutieren möchte, da kann man sich auch einfach äquivalente Themen durchlesen, steht ja auch einigermaßen das gleiche drin. Mir geht es hauptsächlich darum auf die Ursache mit euch hinzuarbeiten, weswegen Männer an ED leiden, bzw. weshalb die Lust/das Bedürfnis nachlässt mit ihren Partnerinnen GV haben zu wollen.
Ich kann selber von mir behaupten, dass ich ein Mensch mit sehr wenig Lustgefühl bin. Weil ich Probleme mit dem SEX hatte, ließ ich mich auch vom Urologen untersuchen, vom Hausarzt, und von einem Psychotherapeuten, der mehr inkompetent war als vertrauenswürdig.
Ich onnaniere nicht, oder nur sehr selten. Ich habe es auch Monate über ohne Masturbation ausgehalten und habe damit auch keine wesentlichen Probleme.
Unlust kommt nicht von ungefähr. Ich führe mein schweigendes Verlangen darauf zurück, dass ich mich mit dem Vaisnavismus beschäftige, eine hinduistische Weltreligion. Je religiöser man wird, desto verständnisvoller wird man grundsätzlichen Fragen gegenüber. Je mehr man sich mit der Universalität beschäftigt, desto mehr erkennt man, dass das Verlangen nachlässt, ein Leben, auf Basis tierischer, primitiver Sexualtriebe, zu fixieren. Man muss sich nicht mit religiösen Schriften beschäftigt haben, um selber auf den Gedanken zu kommen, dass das Glück im Leben, nicht im Orgasmus zu finden ist. Zwar hängen wunderschöne Gefühle mit dem GV zusammen, aber objektiv betrachtet ist der Glücksmoment kurz und endlich, und ergo damit unbefriedigend.
Das Lustgefühl lässt sich niemals sättigen, es kommt immer wieder auf, nur dem Wesen des Menschens nach, in unterschiedlichen Richtungen. Die einen trachten dieser koriphäe der Sinnenbefriedigung weiterhin hinterher, und versuchen sie durch MEHR, ausgefalleneren und extravaganten SEX zu kompensieren, mit der fehlenden Einsicht, dass Sie ihr Verlangen niemals stillen werden und wie ein Sklave dem Diktat ihrer Sinne folgen werden.
Die Intelligentere Klasse der Menschen, erkennt, dass die sexuelle Sinnenbefriedigung keine konstante Glückseligkeit in sich birgt. Sie verlieren diese Lust, nach etwas zu trachten, das des trachtens nicht wert sei. Sie fühlen sich durch Sinnenbefriedigung in ihrer materiellen Anhaftung bestärkt, obwohl genau dies es ist (die materielle Anhaftung), der Sie entkommen möchten. Intelligente Menschen sehnen sich nach einem höheren Geschmack, als bloß für den trüben, ewig wiederkehrenden, von Natur aus nie zu befriedigenden, primitiven Trieb, der Sinnesbefriedigung. Sie erkennen das Paradoxon der Sinnenbefriedigung, das in jeder Sucht zum Vorschein kommt, und im Enddefekt enttäuschend ist. Denn genau so wie der Drogenabhängige, suchen alle Menschen nach dem Glück, dass aber in endlichen materiellen Sinnesobjekten nicht zu finden ist. Sondern im spirituellen, transzendentalen Bereich anzutreffen ist.
Diese unterschiedliche Perspektive der Glückseligkeit, ist bei vielen auch unbewußt, die Ursache ihrer Erektilen Dysfunktion. Daher ist es völlig verkehrt, wie von unserer KonsumGesellschaft gemeinhin angenommen wird, es sei nicht normal keine Lust zu verspüren (ergo ist es normal keine Lust zu verspüren).
Ich selber würde gerne keine ED haben, aber man kann seine Erkenntnisse im Leben nicht einfach leugnen, auch wenn man es gerne, dem Partner zuliebe, machen würde.
Ich danke für die Aufmerksamkeit, und hoffe, jemanden bei seinen Fragen und Problemen geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen, Georgios