Hallo Leidensgenossen,
nach nun doch bereits etlichen Wochen der "stillen Teilhabe" an diesem Forum möchte ich mich doch hier auch mal äussern. Ich habe hier viel im Forum gelesen, "nachgeschlagen", nach neuen Ansätzen gesucht.
Ich schreibe hier in diesem Abschnitt des Forums, weil ich mich vom Bauchgefühl her am ehesten noch in der "Psychoecke" sehe.
Dann also mal los, erst mal die Eckdaten: männlich (wer hätte es gedacht?), 38 Jahre, sportlich aktiv und insgesamt durchaus "fit", schon ein eher starker Raucher, Alkohol unregelmäßig. Von den normalen "Vitalparametern" her kerngesund. Keine Operationen oder Traumata in dem Thema gemäß "sensiblen" Arealen.
Meine ED trat in der gegenwärtigen Heftigkeit mit Beginn meiner neuen Beziehung vor ca. 5 Monaten auf. Ich hatte zuvor oftmals in neuen Beziehungen über ein oder zwei Wochen "Startschwierigkeiten", was aber stes wieder verging und entsprechend von mir als reine Kopfsache gewertet wurde. Ich war halt nervös. Zwischen den Beziehungen gab es dann noch Affairen. Auch da gab es für einen Augenblick im Vorfeld hin und wieder mal den Gedanken "hoffentlich klappts"...aber in schöner Regelmäßigkeit liefs dann auch. In den eher unverbindlichen Beziehungen der letzten Jahre sogar hervorragend...bis jetzt diese neue Frau in mein Leben trat.
Zu Beginn der Beziehung war es so, dass ich bei intimeren Situationen durchaus eine Erektion hatte. Aber wir sind anfänglich nicht direkt aufs Ganze gegangen, ich musste als anfänglich nicht "ran". Nervös war ich dennoch, ich denke, ich habe selsbt auch mitgesteuert, dass es anfangs eher verhalten zur Sache ging, ich den aktiven Part übernehme und das auch ohne das beste Stück mit ins Spiel zu bringen. Also Oralverkehr, Streicheln...solche Zeiten haben wir verlebt. Ich selbst habe mich dann auch erstmal gar nicht so sehr in den Mittelpunkt gestellt. Ich denke, bereits da habe ich aus Angst hübsch vermieden, dass ich "meinen Mann stehen muss". Obwohl ich noch kurze Zeit zuvor durchaus dazu bestens in der Lage war.
Im weiteren Verlauf kam es dann schließlich schon auch dazu, dass ich "blank ziehen musste" und entsprechend meiner Nervosität lief es auch erstmal überhaupt nicht, danach dann im Laufe der Zeit etwas besser, jedoch völlig unvorhersehbar, unregelmäßig. Es war einige Male auch richtig toll...und dann wieder lief gar nix. So zog sich das eine Weile hin und ich bin schließlich zu meiner Hausärztin gegangen. Der Hintergedanke war, dass ich einfach mal die pharmakologische Hilfe austesten wollte. Quasi als Netz, doppelten Boden. Meine Hausärztin (die mich gut kennt, meinen Gesundheitszustand also auch gut einschätzen kann) kam auch zu dem Ergebnis, dass mir da vor allem mal die Nerven durchgehen, fand meinen Ansatz also grundsätzlich richtig. Und drückte mir eine Packung Cialis 20mg in die Hand.
Ich nahm davon eine halbe Tablette, hatte als Nebenwirkung eine etwas angeschwollene Nasenschleimhaut und merkte ansonsten erstmal nix. Dann kam es zu einem Treffen mit meiner Freundin...und den Rest des Nachmittags bis in die Nacht hinein kamen wir erstmal nicht aus dem Bett raus. Meine Güte...das Zeug wirkte, unheimlich, zu was man damit in der Lage war. Meiner Freundin habe ich nichts von den Medikamenten erzählt und auch bis heute ist das mein ganz persönliches Thema. Man mag mir mangelndes Vertrauen unterstellen. Aber wo Scham ist, da wirkt sie nun mal auch. Und bei mir ist das so.
Der gewünschte Effekt des "Kopf frei bekommens" stellte sich aber nicht ein. Sobald ich nun ohne Cialis am Start war, kamen auch die alten Zweifel wieder hoch. Vielleicht kennt der eine oder andere das Gefühl: in den Knien beginnend "weich", nervös, angespannt. Und dabei dann der Blick zwischen die Beine und die Hoffnung, es möge sich etwas regen.
Also Alternativen ausprobiert...Arginin, Maca...alles getestet, alles ohne Ergebnis. Aber wenn ich auch nur ein paar mg Cialis nehme (nach einem weiteren Termin habe ich mir die 5mg verschreiben lassen, teile die 3fach) läufts einwandfrei.
Und ohne Cialis? Ich habe mal eine Woche garnix genommen, einfach so zum Testen. Beim "Testonanieren" gab es einmal eine wunderbare Erektion, die mit denen "unter Stoff" absolut den Vergleich nicht zu scheuen braucht. Aber es gab auch bei mir die einigen hier bekannten Phasen der absoluten "Selbstbeobachtung", die alles auch schon im Ansatz zunichte machen.
Morgenerektionen werden hier ja gerne mal als Hinweis auf körperliche Störungen genommen. OK, die berühmte Morgenlatte fehlt bei mir meistens. Aber ehrlich gesagt: ich hatte die noch nie so häufig. Entweder verpenne ich die einfach, oder aber ich wache vorher auf. Ich bin sicherlich schon das eine oder andere mal aufgewacht, weils in der Hose eng wurde...aber regelmäßig? Nee, kan ich nicht sagen. Verunsichert mich natürlich heute auch, hätte mir aber früher nicht im Ansatz zu denken gegeben. Weil: funktioniert hat ja immer alles zuverlässig und ausdauernd, sofern die Anfangsnervosität als Thema durch war.
Tja, da stehe ich nun, ich armer Tropf...und weiss echt nicht mehr weiter. Klar, ich kann mir weiterhin Cialis verschreiben lassen oder auch als Generikum besorgen, wäre jetzt nicht sooo das Problem. Aber, will ich das? Keine Frage, es sind wunderbare Medikamente und werden für viele Menschen eine ganz großartige Bereicherung des Lebens darstellen (geht mir ja derzeit nicht anders)... aber ich bin mir schon recht sicher, dass es bei mir definitiv eine Kopfsache ist. Und klar, ich würde auch gerne KEINE Pillen einwerfen müssen.
Aber, und deswegen schreibe ich diesen langen Text ja auch überhaupt, vielleicht hat ja jemand von euch schon einen ähnlichen Weg hingelegt, eine Lösung gefunden? Ich drehe mich halt im Moment heftig im Kreis...ein Hinweis von aussen wäre vielleicht mal eine Idee.
Liebe Grüße
MitOhneNamen (aber wenn ich meinen Nick so sehe...MON tuts dann wohl auch

)