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Allgemeines zum Thema Erektion, Potenzstörung, und Impotenz

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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #1  
Alt 28.08.2011, 14:25
Willi1
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 28.08.2011
Beiträge: 15
Standard Erektionsstörung nach Leistenbruch OP

Hallo,

ich bin 19 Jahre alt und wurde vor ca. 3 Monaten an der Leiste operiert. Ich wurde nach der Lichtenstein Technik mit dem Einführen eines Netzes behandelt. Seit dem habe ich keine Spontanerektionen mehr. Auch versteift sich mein Penis nicht von selbst, ohne das ich meine Hände benutze. Woran kann es liegen?`Kommt es wieder in Ordnung? Können bei so einer OP Erektionsnerven verletzt werden? Mein linkes Bein schläft auch immer sehr schnell ein.

Vielen Dank
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #2  
Alt 28.08.2011, 14:53
Benutzerbild von Knutschkugel
Knutschkugel
Moderator
 
Registriert seit: 26.12.2006
Beiträge: 1.049
Standard

Zitat:
Zitat von Willi1 Beitrag anzeigen
Hallo,

ich bin 19 Jahre alt und wurde vor ca. 3 Monaten an der Leiste operiert. Ich wurde nach der Lichtenstein Technik mit dem Einführen eines Netzes behandelt. Seit dem habe ich keine Spontanerektionen mehr. Auch versteift sich mein Penis nicht von selbst, ohne das ich meine Hände benutze. Woran kann es liegen?`Kommt es wieder in Ordnung? Können bei so einer OP Erektionsnerven verletzt werden? Mein linkes Bein schläft auch immer sehr schnell ein.

Vielen Dank
Diese Frage solltest du mit deinem Hausarzt oder noch besser mit dem Operateur klären.
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #3  
Alt 28.08.2011, 18:55
Benutzerbild von Ilkka
Ilkka
Moderator
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Nähe Frankfurt/Main
Beiträge: 2.112
Standard

Hallo Willi1,

ich will meiner Kollegin Knutschkugel hier nicht widersprechen, letztlich ist das Gespräch mit einem Arzt bei deinen Beschwerden unumgänglich. Also betrachte den Rest des Textes als Ergänzung zu dem Rat meiner Kollegin und nicht als Widerspruch.

Ich hatte mich vor 1 Jahr sehr intensiv mit (m)einer Leistenbruch-OP und deren mögliche Komplikationen auseinandergesetzt. Vermutlich auch deshalb, weil ich bisher noch nie in meinem Leben als „Patient“ in einer Klinik war. Beruflich kenne ich allerdings viele Kliniken. Und um es vorweg zu sagen, bei mir verlief die OP nach TAPP ohne jegliche Komplikationen. Nach 2 Tagen war ich wieder zu Hause. Bedeutet aber nicht, dass ich mit der Klinik zufrieden war. Lediglich der (mir unbekannte Operateur) hat seinen „Job“ perfekt gemacht und das Pflegepersonal auch. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie auch immer, mich wundert es schon, dass bei dir im zarten Alter von 19 Jahren eine Operationsmethode mit dem Einsetzen eines Kunststoffnetzes gewählt wurde. Üblich ist das nicht. Normalerweise wird diese Methode (Lichtenstein von außen, oder TAPP von innen) erst ab einem Alter von ca. 30 Jahren eingesetzt. Aber, vielleicht gibt es ja da wichtige Gründe bei dir. Aber deine Frage:
Zitat:
Zitat von Willi1 Beitrag anzeigen
Können bei so einer OP Erektionsnerven verletzt werden? Mein linkes Bein schläft auch immer sehr schnell ein.
kann ich mit einem klaren JA beantworten. Ausgesprochenen "Erektionsnerven“ im Sinne des Wortes gibt es zwar nicht, aber insbesondere der „R. genitalis“ des Nervs „genitofemoralis“ ist bei einer Leistenbruch-OP, insbesondere von außen, gefährdet. Zumal dieser Nerv, nach meinem laienhaften Verständnis, durchaus etwas unterschiedlich verlaufen kann.


So, jetzt zurück zum Arzt der Wahl in diesem Fall. Ich denke, der Operateur wird in einer größeren Klinik schwer zu konsultieren sein, obwohl in den „OP-Records“ sicher bekannt. Entweder du gehst zu der Hernien-Sprechstunde derjenigen Klinik, in der die OP durchgeführt wurde, oder gleich zu einem Neurologen. Ich persönlich halte den Neurologen für die bessere Wahl. Aufgrund meiner Erfahrungen in der Hernien-Sprechstunde einer Klinik ist es schlichtweg wie Lotterie, ob man an einen gründlichen, oder eher oberflächlichen Arzt (meist Chirurgen) gerät, was aber nichts mit deren Qualifikation bei der OP zu tun haben muss. Sind eben Handwerker .
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #4  
Alt 29.08.2011, 00:01
Willi1
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 28.08.2011
Beiträge: 15
Standard

Vielen Dank für die detaillierten Infos. Kann man eigentlich so eine Nervenverletzung heilen bzw. soll ich besser das Netz entfernen und dann die Lücke vernähen lassen?
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #5  
Alt 29.08.2011, 01:01
Benutzerbild von Ilkka
Ilkka
Moderator
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Nähe Frankfurt/Main
Beiträge: 2.112
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Hallo Willi,

NEIN, es macht überhaupt keinen Sinn, jetzt das Netz wieder entfernen zu lassen. Das Netz ist ja nicht die Ursache. Ich habe das lediglich deshalb geschrieben, weil ich verwundert war. Die Methode der Wahl in deinem Alter ist nach wie vor die Technik nach „Shouldice“ ohne Netzeinlage, da in der Regel die Leistenkanal-Hinterwand noch ausreichend stabil ist. Aber letztlich kann der Operateur dies nur bei der OP feststellen und es wird wohl Gründe bei dir für das Netz geben. Aber fragen „warum“ kannst du ja dennoch.

OP-Verfahren mit Netzen (Lichtenstein, TAPP) setzt man in der Regel erst ab einem Alter von 30 Jahren (oder älter) ein, da eben noch keine Langzeiterfahrung über das Verhalten des Netzes im Körper nach mehreren Jahrzehnten vorliegt und der zusätzliche „Fremdkörper“ in jungen Jahren eben noch nicht zwingend notwendig ist; ja sogar zusätzliches Geld kostet (ein inzwischen wichtiger Gesichtspunkt).

Aber, und das ist jetzt wichtiger, die Gefahr einer Nervenverletzung ist bei den OP-Methoden von außen mehr oder weniger gleich und liegt nach meinen Informationen bei unter 2%. Hört sich zwar wenig an, aber wenn man davon betroffen ist, dann hat man eben ein Problem. Die Gefahr einer ernsthaften Komplikation bei einem unbehandelten Leistenbruch liegt hingegen weit höher; ist also keine Alternative.

Was ich machen würde, habe ich geschrieben. Nach lediglich 3 Monaten ist es auch vermutlich auch noch viel zu früh, um von einer dauerhaften Schädigung auszugehen. Es kann durchaus sein, dass nach einigen Monaten dein Problem der Vergangenheit angehört. Nur, abwarten, dass dies eintritt, würde ich an deiner Stelle auch nicht, da nur ein Facharzt beurteilen kann, wie da die Heilungschancen sind.
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #6  
Alt 29.08.2011, 12:34
Benutzerbild von Andrea
Andrea
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.08.2009
Ort: NRW
Beiträge: 846
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Also nach 3 Monaten MUSS ! ein Leistenbruch komplett verheilt sein !
Somit kann ich auch nur sagen : Ab zu einem Arzt!
Ein Neurologe kann ein " Kennmuskel EMG" machen, das eventuelle Nervenstörungen im Bein feststellt. Für den Rest sind Internist ( Ultraschall) und abschliessend Urologe zuständig.

Aber nimm die OP- Unterlagen mit, weil die Gründe für diese OP- Methode in Deinem jungen Alter auch mir als zweifelhaft erscheinen.

Aber lass das Netz nun da, wo es ist.Es gibt keinen anderen Weg, als zu Ärzten zu gehen.

LG

Andrea
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #7  
Alt 29.08.2011, 16:25
Willi1
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Registriert seit: 28.08.2011
Beiträge: 15
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Vielen Dank, werde nun in 2 Tagen einen Termin mit dem Operateur haben. Ich hoffe, dass keine Nerven verletzt wurden und sich das alles wieder legt. Werde euch dann berichten, was der Arzt sagte. Vielen, vielen und vielen Dank.
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  Erektionsstörung nach Leistenbruch OP Beitrag #8  
Alt 29.08.2011, 17:18
Lazyfish
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 08.06.2011
Beiträge: 11
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Vorneweg: Natürlich solltest Du unbedingt einen Arzt/Ärzte aufsuchen, wie oben schon beschrieben.

Allerdings halte ich eine Erektionsstörung aufgrund einer Leistenbruchoperation für sehr unwahrscheinlich. Egal nach welcher Methode operiert wurde. Die z.T. schon benannten Nerven haben nichts mit der Erektion als solcher zu tun. Wären diese verletzt sollten auch andere Sympthome auftreten. Dazu benennst Du nur, dass Dein linkes Bein immer schnell einschläft. Dazu ein paar Fragen:
- war die Operation auch auf der linken Seite?
- tritt das Einschlafen erst seit der Operation auf?
- "Schläft" das ganze Bein ein oder nur ein Teil? Welcher?

Wenn sich der Penis, wie Du beschreibst "mit Hilfe Deiner Hände" versteifen lässt, ist es ebenfalls sehr unwahrscheinlich, dass eine regionale Nervenstörung vorliegt. Denn dann sollte es auch dann nicht zur Erektion kommen.

Der Ramus genitalis, des Nervus genitofemoralis versorgt die Haut der Leistengegend und den Hodensack bzw. die großen Schamlippen sensibel und den Musculus cremaster (Hodenheber) motorisch, hat also nichts mit der Erektion zu tun. Eien Verletzung würde aber zu Empfindungsstörungen führen.
Der Nervus iliohyogastricus, den die Chirurgen früher gerne mal ein wenig malträtierten ist für die Bauchdecke verantwortlich und kann damit auch nicht direkt in die Erektion eingreifen.
Der Nervus ilioinguinalis versorgt mit den vorderen Hodensacknerven beim Mann die Haut am Bauch und des Skrotums (Hodensackes) sensibel und Bauchmuskeln motorisch und hat somit auch nichts direkt mit der Erektion zu tun.
Grundsätzlich könnte noch der Nervus femoralis gestört werden. Wenn das bei der OP aber gelänge, wären Bereiche im Bein betroffen, vor allem motorisch.
Wenn irgendwo die Sensibilität fehlt, können Berührungen in diesem Bereich natürlich das Empfinden und damit auch eine Erektion beeinflussen. Aber von solchen Sensibilitätsverlusten schreibst Du nichts.

Wie sieht es morgens aus? hast Du da eine "Morgenlatte"?

Hat Dich die Operation stark belastet? Hattest Du Ängste vor und nach der Operation?

Zur Operationstechnik will ich mich nicht groß äußern. Denn dazu muss mal sehr viel zum Befund vor der Operation wissen und auch viel zum Chirurgen und seiner Erfahrung mit den verschiedenen Techniken. Das Alter spielt zwar auch eine Rolle, sollte aber nicht überbewertet werden. Erst recht nicht für einen weltanschauliche Diskussion zu den verschiedenen Techniken. Ich hoffe Du wurdest gut beraten und konntest Deine Einwilligung zur Operation und der verwendeten Technik gut treffen.
Und ganz klar ist, Du solltest Dich auf keinen Fall noch einmal operieren lassen um das Netz zu entfernen.
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