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Psychologische Ursachen von Impotenz, Potenzstörung

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  Erektionsprobleme wegen SSRI Beitrag #1  
Alt 13.08.2006, 17:16
Becker144
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 15.08.2005
Beiträge: 19
Standard Erektionsprobleme wegen SSRI

vor einiger Zeit hatte ich hier schon mal bzg. meinem Erektions-Problem berichtet.Hatte ja geschrieben dass ich Gladem einnehmen muss bzw. auch gern mal in den Swingerclub gehe...

Die Einnahme von Gladem habe ich zwischenzeitlich auf 25mg/Tag reduziert, habe auch nach Rücksprache mit meinem Arzt versucht sie ganz wegzulasssen, hat aber leider aufgrund starker Entzugserscheinungen nicht funktioniert !

Das heisst och werde Gladem jetzt erstmal weiternehmen, nach wie vor habe ich aber Erektionsprobleme die ich diesem Medikament zuschreibe...gerade im Swingerclub ist von einer Erektion kaum was zu spüren, aber auch beim onanieren kriege keine wirklich " Latte"; natürlich ist mittlerweile der Erwartungsdruck von mir im Club auch nicht kleiner geworden wie Ihr Euch denken könnt, demnach meide ich sogar schon Situationen im Club wo ich weiss jetzt kann es zum Geschlechtsverkehr kommen.

Habe in letzter Zeit versucht L-Arginin einzunehmen, aber weiss nicht ob mir das entscheidend hilft, eher nicht denke ich mal.

Meine Frage an euch, was soll ich tun?

Soll ich mal zu meinem Arzt gehen zwecks der Verschreibung von Viagra oder Cialis, habe im Netz auch schon gelesen das die Kombination von SSRI und z.B. Cialis durchaus ok ist!

Was meint Ihr, was ich noch machen kann. Ich meine eben dass sich SSRI, also auch Gladem durchaus negativ auf die Erektion auswirken können und das man mein Problem auch hier angreifen muss.
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  Erektionsprobleme wegen SSRI Beitrag #2  
Alt 09.09.2006, 17:34
Leseratte
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.06.2004
Beiträge: 300
Standard

Hallo Becker,

ich hoffe, die späte Antwort erreicht Dich noch.

Ich habe auch schon einige Erfahrungen mit Antidepressiva sammeln "dürfen", und wundere mich immer wieder darüber, dass viele Ärzte darauf bestehen, diese Medikamente würden nicht abhängig machen. Es ist doch völlig selbstverständlich, dass sich beim Absetzen des Medikaments der Level der Glückshormone im Gehirn absenkt und somit sehr oft Entzugssymptome auslösen kann. Sehr weit verbreitet sind starkes Schwitzen, Zittern, Übelkeit und sogenannte ZAPs. Im letzteren Fall fühlt man sich oft so, als würde man von einem Blitz getroffen. Es fühlt sich an, wie ein plötzlicher Schock, und man hat das Gefühl, für den Bruchteil einer Sekunde ohnmächtig zu werden. Mit welchen Entzugssymptomen Du zu kämpfen hast, hast Du ja leider nicht geschrieben. Zuerst möchte ich Dir also mal folgenden Link ans Herz legen: www.adfd.org. Dort findest Du viele Menschen mit ähnlichen Problemen, die Dir vielleicht in Bezug auf Antidepressiva speziell noch etwas besser helfen können als wir hier. Dort wird über die Nebenwirkungen und Entzugssymptome sämtlicher Antidepressiva angeregt diskutiert.

Erektionsstörungen sind übrigens eine sehr häufige Nebenwirkung von Antidepressiva. Ich weiß ja nicht, warum Du ADs nimmst. Wenn sie notwendig sind, ist eine Medikation mit Viagra oder Cialis sicher eine Alternative. Allerdings schreibst Du ja, dass Du das Gladem in Absprache mit Deinem Arzt bereits einmal weglassen wolltest. Also scheint einem Absetzen ja nichts im Wege zu stehen. Ich finde es ein wenig schade, dass Dein Arzt Dich dabei nicht besser unterstützt, sondern Dir einfach sagt, dass Du das Medikament weiternehmen sollst, wenn Du mit dem sofortigen Absetzen nicht klar kommst.

25 mg ist immer noch eine ansehnliche Dosis, wenn es darum geht, das Medikament abzusetzen. Wenn diese 25 mg vom einen auf den anderen Moment fehlen, macht das für das Gehirn einen riesigen Unterschied. Also müsstest Du versuchen, die Dosis langsamer zu verringern. Gladem gibt es ja nur als 100 mg und 50 mg Filmtabletten. Ich kenne zwar den Wirkstoff, hatte die Gladem selbst aber nicht gehabt, weiß also nicht, wie groß sie sind und inwieweit man sie problemlos teilen kann. Mit einem Tablettenteiler aus der Apotheke für wenige Euro, könnte es machbar sein, die 50 mg Tabletten zu Vierteln, wenn sie nicht gar zu klein sind oder eine zu ungünstige Form haben. Dann könntest Du es mal mit einer Dosis von 12,5 mg täglich probieren.

Eventuell bietet es sich auch an, das Medikament zu wechseln, auf eines, das besser herunterzudosieren ist. Ich nahm mal Cymbalta. Das ist ebenfalls ein SSRI, sogar ein relativ neues. Mein Arzt verschrieb es mir mit den Worten "Nehmen Sie das einfach mal. Das macht auch nicht abhängig." Ich wünschte, ich hätte die Seite, deren Link ich Dir oben gegeben habe, schon zu diesem Zeitpunkt gekannt. Als ich die Nebenwirkungen nach einem halben Jahr auch leid war und ich mich kein bisschen depressiv gefühlt hatte, ließ ich die Kapseln einfach mal weg. Nach einem Tag dachte ich, es geht zu Ende mit mir. Ich schwitzte, zitterte, hatte ZAPs ohne Ende, vor allem dann, wenn ich mich bewegte oder plötzlich ein Geräusch hörte, usw. So elend ging es mir noch nie. Ich nahm dann wieder eine Kapsel Cymbalta, und nach 2 Stunden war alles wieder völlig normal. Soviel zu "Es macht nicht abhängig".

Wie gesagt gibt es das Cymbalta auch als Kapseln mit kleinen Kügelchen darin. Erst nahm ich die 60mg Kapseln, dann die 30mg Kapseln. Niedriger dosiert gab es aber auch diese nicht. Wenn ich dann die 30mg Kapseln einfach weggelassen habe, ging es mir so, wie gerade beschrieben. Als ich meinen Arzt darauf ansprach, sagte er nur, dass das nicht sein könne, da ADs nicht abhängig machten. Ich wusste also, dass ich da auf mich alleine gestellt war. Außerdem hat obiges Forum geholfen, mir die Augen zu öffnen.

Ich habe dann die Kapsel geöffnet, die Hälfte der Kügelchen ausgeschüttet, die Kapselhälften wieder zusammengedrückt und sie dann geschluckt. Wenn es mir nach einigen Stunden schlechter ging, habe ich das einfach nochmal wiederholt und ein paar wenige Kügelchen zusätzlich genommen. Das führte ich so über 3 Monate fort und senkte langsam die Anzahl der Kügelchen immer weiter. Ich nahm dann nur noch etwas davon, wenn ich merkte, dass es mir langsam schlechter ging und wieder leichte Entzugssymptome kamen. Mit der Zeit konnte ich dann 3 Tage wunderbar ohne dieses Medikament auskommen. Fühlte ich mich dann wieder schlechter, nahm ich einfach wieder eine Kapsel mit wenigen Kügelchen, und ich fühlte mich die nächsten paar Tage wieder OK.

Ein bisschen müßig war der Weg schon, und es hat länger gedauert, als ich dachte. Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, an dem ich mich fragte, wo eigentlich die Entzugssymptome bleiben. Sie kamen nicht mehr, und ich konnte diese Kapseln endlich wegwerfen. Vielleicht könnte das auch ein Weg für Dich sein. Oder vielleicht funktioniert es bei Dir ja noch viel einfacher.

Wenn Dein Arzt Dir Viagra oder Cialis verschreibt, spricht nichts dagegen, damit die Zeit zu überbrücken, bis Du das Gladem völlig abgesetzt hast, aber wenn Du das nicht unbedingt nehmen musst, sollte Dein Ziel sein, langsam davon runterzukommen.

Liebe Grüße,

Leseratte
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  Erektionsprobleme wegen SSRI Beitrag #3  
Alt 16.09.2006, 20:09
Becker144
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 15.08.2005
Beiträge: 19
Standard

Hallo Leseratte,
vielen Dank ersteinmal für Deine sehr ausführliche Antwort, hat mich echt sehr gefreut, da es im Moment mit das Schönste wäre wieder eine richtige Erektion.

Ist ja sehr interessant dass Du auch "Erfahrungen" mit Antidepressiva sammelön konntest, ja ist nicht so einfach mit dem Medikament umzugehen. Ich nehme es jetzt schon seit mehreren Jahren ein...obwohl es mir ansonsten eigentlich sehr gut geht...deswegen und natürlich auch wegen den erektionsproblemen habe ich versucht es abzusetzen, aber ich hatte nach ca. 10 Tagen massive Nebenwirkungen die ich so noch nie erfahren habe in Form von massiven Schwindel und Zittern, zum Glück ging das wieder weg nachdem ich wieder die Antidepressiva eingenommen hatte...zwischenzeitlich ist bei mir sigar der Gedanke aufgekommen dass die Erektionsstörungen gar nicht von den SSRI kommen sondern von Arteriosklerose, was aber von meinem Kardiologen verneint wurde, werde aber noch Untersucheungen dembezüglich machen...
Wie war das eigentlich bei Dir mit der Erektion als Du Antidepressiva genommen hast? Hattest Du auch wie ich keine richtige Erektion bei der Selbstbefriedung und keine Morgenlatte?
Ich denke dass ich es mal mit Cialis etc. nach Absprache mit meinem Arut versuchen werde, da ich mein Medikamnt nicht von jetzt auf nachher absetzen kann aufgrund der Entzugserscheinungen wie Du ja richtig beschrieben hast.
Dazu kommt natürlich dass es natürlich auch immer mehr ein Kopfproblem wird, da man sich schon vor dem möglichen GV Gedanken macht über seine Erektion und sogar eher ein VErmeidungsverhalten an den Tag legt.
Deswegen wäre es für mich echt gigantisch wieder eine vernünftige Erektion zu bekommen und einfach Spass beim Sex zu haben, eigentlich etwas völlig Normales oder?
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  Erektionsprobleme wegen SSRI Beitrag #4  
Alt 21.09.2006, 00:05
FrankfurtER
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.09.2005
Beiträge: 204
Standard

Nur einen Nachtrag zu dem, was Leseratte geschrieben hat. Viele Mittel Gruppe der SSRI haben Erektionsstörungen als Nebenwirkung.

Bei Gladem war zunächst nur folgende Nebenwirkung zu lesen:
Zitat:
Sexualstör. (bei Männern haupts. Ejakulationsverzögerung)
Aber... Der Beipackzettel sollte ergänzt werden. In der Roten Liste finden sich schon Ergänzungen und dort heißt es nun:
Zitat:
Gynäkomastie, Hyperprolaktinämie

Und das geht schon eine Nummer weiter, als nur ED... Und wären eine gute Bergründung dafür.


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  Erektionsprobleme wegen SSRI Beitrag #5  
Alt 30.09.2006, 00:34
Leseratte
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.06.2004
Beiträge: 300
Standard

Du hattest mir Deinen letzten Post ja auch per PM geschrieben, Becker. Ich hab Dir auch per PM geantwortet.

Das, was FrankfurtER sagt, ist auch eine wichtige Sache. Laut mehrerer Ärzte und einem Professor an einer Uniklinik, die ich auf die Nebenwirkungen von SSRI angesprochen habe, meinten sie alle, dass Gynäkomastie (also die Vergrößerung der Brust) und Hyperprolaktinämie (Milchproduktion der Brustdrüsen) möglich seien, da SSRI in das Hormonsystem eingreifen würden. Und zwar ALLE. Meinem Arzt war auch DAS nicht bekannt gewesen. Er meinte nur, es gäbe SSRI, die so etwas als Nebenwirkung hätten, aber bei Cymbalte stünde das gar nicht bei den Nebenwirkungen.

Die anderen Ärzte versicherten mir, dass es unerheblich ist, welcher Wirkstoff in einem SSRI zur Anwendung kommt. Durch das allgemeine Wirkprinzip würde in den Hormonregelkreis auf jeden Fall eingegriffen, ganz egal, ob es bei den Nebenwirkungen aufgeführt sei oder nicht.

Und wieder mal hatte ich etwas interessantes dazugelernt.
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  Erektionsprobleme wegen SSRI Beitrag #6  
Alt 27.05.2007, 20:30
Becker144
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 15.08.2005
Beiträge: 19
Standard

kann eine fehlende Morgen-Erektion auch auf einen gestörten Hormonhaushalt hinweisen oder spricht das ausschließlich und inbedingt auf eine Durchblutungstörung ?
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