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Erektionsprobleme nach Unfall Beitrag # 1

25.07.2006, 17:35
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Neuer Benutzer
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Registriert seit: 22.04.2006
Beiträge: 2
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Erektionsprobleme nach Unfall
Ich wende mich im Namen meines Freundes an Euch, weil er nie von allein Hilfe suchen würde.
Vor etwa einem halben Jahr hatte er einen Unfall und ist aus etwa 4 Metern Höhe in die Tiefe gestürzt. Dabei zog er sich unter anderem eine schwere Becken- und Nierenprellung linksseitig zu. Er bekam starke Schmerzmittel über Wochen hinweg und auch danach noch Medikamente gegen die Schwellung im Lendenbeich. Alles in allem hat die Genesung sehr lange Zeit in Anspruch genommen. Mittlererweile geht es ihm zwar gesundheitlich wieder sehr gut, wenn da nicht folgendes Problem wäre, was uns Sorgen bereitet. Er bekommt seitdem keine dauerhafte Erektion mehr, nach etwa 2 bis 3 Minuten merke ich, wie sein Glied erschlafft und regelrecht wegknickt beim Verkehr. Von da an geht nichts mehr. Natürlich ist er darüber sehr frustriert und blockt seitdem fast jeglichen sexuellen Kontakt zu mir ab, außer er hat selbst das Bedürfnis nach Befriedigung. Dann hat er eigenartigerweise auch ein längere Erektion und kommt auch zum Orgasmus, aber das passiert in zwei Monaten vielleicht 2mal.
Worunter ich am meisten leide ist, dass er nie mehr auf mich zukommt und erkennt, dass ich mich nach körperlicher Nähe sehne und Lust auf ihn habe. Er schläft zwar mit mir, wenn ich ihn dränge, aber das endet dann eben damit, dass nach ein paar Minuten alles zuende ist. Von da an behandelt er mich wie Luft, dreht sich einfach zur Seite und interessiert sich nicht dafür, wie es mir ergeht, dass ich unbefriedigt bleibe. Ich kann zwar verstehen, dass ihn das alles sehr belastet, aber er soll doch zumindest mal den Schritt unternehmen, sich helfen zu lassen. Ich habe schon sooft gesagt, er solle sich doch mal untersuchen lassen, irgendwo muss das Ganze doch eine Ursache haben? Meist endet so ein Gespräch mit Schweigen seinerseits und mit der Formulierung, dass das sicher auch wieder vergehen wird.
Ich wollte mir meinen Kummer einfach mal von der Seele schreiben, denn ich leide momentan sehr unter dieser Situation. Ich liebe ihn doch sosehr, deswegen fällt es mir ja auch so schwer, die Finger von ihm zu lassen.
Über Antworten würd ich mich sehr freuen, vielleicht sind ja unter Euch welche, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren und mir den ein oder anderen Tipp geben können. Vor allem würde es mich interessieren, wie so eine Untersuchung beim Urologen abläuft, was dort alles untersucht wird usw. Davor hat er ja anscheinend die meiste Angst wie es scheint.
Vielen Dank schonmal.
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Erektionsprobleme nach Unfall Beitrag # 2

27.07.2006, 22:39
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 09.06.2005
Ort: München
Beiträge: 274
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Hallo Britta,
leider sind deine Erfahrungen kein Einzelfall. Es fällt vielen Männern mit Erektionsstörungen unendlich schwer, darüber mit ihrer Partnerin zu reden. Das ist einfach deswegen tragisch, weil Erektionsstörungen niemals das Ende einer befriedigenden Sexualität bedeuten müssen. Auf der einen Seite gibt es Spielarten der Sexualität, zu der "Mann" keine Erektion braucht, die aber trotzdem für beide(!) Partner zum Höhepunkt führen können, auf der anderen Seite gibt es Medikamente und Hilfsmittel, die es praktisch jedem Mann mit Erektionsstörungen ermöglichen, eine Erektion zu bekommen. Da kann jedes Paar einen Weg finden, der beiden entspricht und Spaß macht.
Auf jeden Fall sollte "Mann" bei Erektionsstörungen, die länger als 3 bis 6 Monate anhalten zum Arzt gehen. Wie eine eine gründliche Untersuchung in diesem Fall aussieht, ist auf unserer Seite "Diagnose der ED" ( http://www.impotenz-selbsthilfe.de/diagnose/) beschrieben.
Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich ziemlich hilflos in deiner Situation fühlst. Vielleicht kann dir der Artikel "Erektionsstörungen - Anregungen für Partnerinnen" ( http://www.impotenz-selbsthilfe.de/m...Partnerin.html) einige Anregungen geben.
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Erektionsprobleme nach Unfall Beitrag # 3

28.07.2006, 22:08
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Neuer Benutzer
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Registriert seit: 22.04.2006
Beiträge: 2
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Erektionsprobleme nach Unfall
Hallo Günther!
Recht herzlichen Dank für Deine Zeilen und die Links. Das alles war sehr hilfreich und in vielem, was dort stand, fanden mein Partner und ich uns wieder. Genauso etwas hatte ich gesucht.
Wie Du schon sagtest, das Schweigen bereitet mir die größte Schwierigkeit, gefolgt von der Resignation, oder besser ausgedrückt, der Untätigkeit meines Partners. Er ist nämlich nach wie vor der Meinung, dass sich das von allein wieder gibt. Und hier ist eigentlich auch unser Hauptproblem. Einerseits möchte ich nicht ungeduldig sein und ständig drängen, auf der anderen Seite sehe ich von ihm keinerlei Entgegenkommen. Für ihn ist es momentan völlig normal, dass er kein großes Verlangen hat. Das seh ich ja auch alles ein, aber in letzter Zeit frage ich mich immer mehr, wo ich bei der ganzen Sache bleibe? Sexualität hat in unserer Beziehung immer einen großen Stellenwert eingenommen und mittlererweile fühle ich mich sehr vernachlässigt. Vor allem bin ich ein Mensch, der sehr viel Zärtlichkeit braucht, ich möchte in den Arm genommen werden, aber genau hier fängt die Sache schon an zu scheitern. Er ist so in sich gekehrt, dass er gar nicht merkt, dass ich mich nach einer Umarmung sehne. Wenn ich nichtmal einen Schritt auf ihn zumache, passiert rein gar nichts, und das ist es, was mich am meisten verletzt.
Du hattest angesprochen, dass die Sexualität nicht nur aus Miteinanderschlafen besteht. Das ist zwar richtig, aber ich vermisse in letzter Zeit trotzdem etwas. Dadurch, dass wir uns nur noch auf die anderen Möglichkeiten beschränken "müssen", finde ich nur noch wenig bis gar keine Befriedigung. Und es ist wie ein Teufelskreis, in dem ich mich bewege. Dadurch, dass ich weiß, dass ich nicht mit meinem Partner schlafen kann, habe ich genau DARAUF die größte Lust. Fast ist es wie der Reiz des Verbotenen. Und seitdem genau jenes nicht mehr möglich ist, hat mein Orgasmus-Empfinden sehr nachgelassen. Für mich war es das Schönste, ihn zu erreichen, wenn ich mit meinem Freund geschlafen habe, bis vor seinen Unfall klappte das ja auch problemlos. Aber seitdem er mich in den letzten Monaten immer kurz vor meinem Höhepunkt unterbrochen hatte, weil es ihm nicht mehr möglich ist, den Verkehr weiter auszuüben, bin ich derartig störanfällig, dass ich fast nie mehr dazu in der Lage bin. Und das ist ein Punkt, den mein Mann nicht versteht, er behauptet, wenn man das Verlangen nach Sex hat, ist es doch vollkommen gleich, wie man den Höhepunkt erreicht? Offensichtlich nicht, zumindest habe ich das Gefühl, dass dem nicht automatisch so sein muss. Offenbar habe ich eine darartige Blockade, dass mir mein Kopf regelrecht verweigert, alles Andere schön zu finden, weil mein zweites Ich wie fixiert auf den vaginalen Orgasmus, ausgelöst durch den Verkehr, ist. Ich gebe zu, dass die Gedankengänge reine Spekulation sein mögen, zumindes empfinde ich es so und versuche es, für mich allein so zu erklären.
Erschwerend hinzu kommt, dass ich im Hinterkopf den Gedanken habe, dass er nur mir zuliebe etwas tut. Und das wiederum löst bei mir ebenso eine Blockade aus. Zu wissen, dass er eigentlich gar keine Lust auf Intimitäten hat, lässt mein Empfinden auf Null zurückfahren, obwohl ich eigentlich total erregt bin. Kennt das jemand, man ist auf deutsch gesagt richtig rattig und trotzdem kommt man nicht zum Höhepunkt? Das ist das Schlimmste, was mir in letzter Zeit passiert.
Oh Gott, soviel wollte ich eigentlich garnicht schreiben. Aber vielleicht geht es ja Anderen ebenso und so wäre es zumindest ein Trost für mich, zu wissen oder zu erfahren, dass ich mich nicht allein in so einer Zwickmühle befinde.
Nochmals vielen Dank
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