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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #1  
Alt 25.01.2008, 18:23
19u72f
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 12
Standard Eine Frage an die Männer...

Hallo,

nachdem ich jetzt hier von verschiedenen Frauen lesen konnte, die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben muss ich einfach mal nachfragen....

Mein Mann hat eine ED. Seine Reaktion mir gegenüber bestand darin, dass er jeder körperlicher Nähe aus dem Weg ging/geht. Alles was über ein freundschaftliches küsschen oder eine ebensolche Umarmung hinausgeht war zeitweise unmöglich. Inzwischen fasst er ja zumindest wieder in die Nähe meiner Brüste - aber wirklich streicheln etc. gibt es nicht!

Warum machen Männer das???? Welche Angst treibt Mann zu einem solchen Verhalten?? Insbesondere vor dem Hintergrund dass es vorher keine Abscheu gegen manuellen oder oralen Sex gab...

Ich kann es einfach nicht verstehen und würde gern eine Erklärung finden. Vielleicht kann man dann ja gegensteuern...

Liebe Grüße 19u72f
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #2  
Alt 25.01.2008, 18:43
enrico
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.11.2007
Ort: Köln
Beiträge: 110
Standard

Das ist einfach erklärt jedoch schwer behoben...

Solange seine ED von ihm nicht sicher im Griff ist und ER sich darauf verlassen kann, dass ER "kann" wenn ER will, versucht MANN alles zu vermeiden um in eine Situation zu kommen in der Frau mehr als nur Zärtlichkeit wollen könnte... (wenn ihr von vornherein miteinander absprechen würdet, das es keinen Sex im eigentlichen Sinne geben wird mag das evtl helfen)...

Denn ER ist davon überzeugt, das ES nicht klappen wird und Niederlagen (und seien wir mal ehrlich, so wirds doch empfunden wenn sich nichts regt) mag niemand gern im Dutzend einfahren...

Ergo: ER wird versuchen Situationen zu meiden aus denen es auch nur im entferntesten in Richtung Sex gehen könnte! Denn diese bedeuteten zwangsläufig eine Niederlage, solange ER seine ED nicht sicher im Griff zu haben glaubt.

Das wiederum bedeutet, auch mit Pillen sollte es ein Paar langsam angehen lassen, denn trotz Pillen kann der eigene Kopf immer noch alles kaputt machen. Vielleicht kann eine Frau den Sex bzw. die Sexfähigkeit eines Mannes (Erektion) mit ihrer eigenen Orgasmusfähigkeit vergleichen... Frauen können ohne Problem auch Sex haben wenn so gut wie gar nichts stimmt... das Bett quitscht, der Job ist Scheisse, die Decke müßte mal wieder gestrichen werden, morgen muss ich noch dies und das und jenes einkaufen...usw... jedoch kommt sie so bestimmt nicht zu einem Orgasmus! Dafür muss ihr Kopf mitspielen! Solange sie also nur so einen Müll im Kopf hat, ist's Essig mit ihrem Orgasmus, wie gut und attraktiv ihr Liebhaber auch sein mag. Was für die Frau aber ein gewisses Glück ist, das es niemand merkt wenn SIE nicht kommt, dann SIE kann in den meißten Fällen recht erfolgreich simulieren, was bei einem Mann der keine Erektion bekommt einfach nicht funktioniert...

Noch ein Grund mehr für gesteigerten Druck beim Mann, denn ab 'nem gewissen Zeitpunkt fühlt MANN sich ständig beobachtet beim Sex, nicht zuletzt durch sich selbst (Na?Hält er wohl?Oh Gott, jetzt ist er fast rausgerutscht! Hoffentlich merkt sie nichts! Hoffentlich schaffe ich es wenigstens noch nen paar Minuten!... spätestens an diesem Punkt hat ER dann schon verloren und der Penis verkümmert zum Schwänzchen...trollt sich, und ward ne Weile nicht mehr gesehen...). Dieser Druck wiederum führt dazu, dass es nicht klappen wird... Und steckt MANN erst einmal in dem Teufelskreis der Überzeugung dass es eh nicht klappen wird, kommt mit Sicherheit auch keine Erektion zu stande! (das gleiche Problem tritt übrigens wenig später nochmal in einer leicht abgewandelten Thematik auf, wenn es dann um den Orgasmus des Mannes geht...aber erst einmal wäre Frau ja schon mit der Erektion zufrieden...)

Ich hoffe eine, wenn vielleicht auch nicht die einzige, plausible Erklärung und einen Einblick in den Mann als empfindungsfähiges Wesen, geliefert zu haben. Besonderes Augenmerk möchte ich auf den Vergleich Orgasmusfähigkeit der Frau und Erektionsfähigkeit des Mannes gerichtet wissen, ich vermute das eine Frau dadurch leichteren Zugang zu der Problematik bekommt und sich so besser in den Mann hinein versetzen kann. Und noch einmal, REDEN, UND ZWAR SEHR OFFEN, IST UNABDINGBAR! Z.B. auch die Vereinbarung, Zärtlichkeiten für eine gewisse Zeit keinesfalls in Sex ausarten zu lassen (daran solltet ihr euch dann auch dringend halten liebe Frauen wenn ihr sie denn mit ihm beschließt,egal wie gut es gerade läuft,denn sonst kann MANN euch nicht mehr vertrauen und wird zukünftig immer eine "Falle" wittern wenn ihr Zärtlichkeit einfordert und sie folglich großräumig, aus Angst vor dem Versagen, umgehen)

Grüße

Enrico

P.S. Für einen Mann ist es zwar kurzfristig OK keinen Geschlechtsverkehr mit seinem primären Geschlechtsorgan haben zu können (sozial entschuldbar sind dabei z.B. Unpässlichkeiten durch Alkoholgenuss, Krankheit, Müdigkeit u.ä.) aber ein Mann fühlt leider viel zu oft nicht mehr als vollwertiger Mann, wenn lediglich noch seine Hände und seine Zunge wie gewünscht funktionieren, sein Penis es jedoch erschreckend an Lebhaftigkeit vermissen lässt... Dass das nicht ganz schlüssig ist, dass weiß jeder selbst, aber so wird's empfunden... stell Dir vor das Deine Vagina aus irgendeinem Grund (Krankheit vielleicht?) womöglich für immer (das ist ja DER Schreckensgedanke ED betroffener Männer) nicht mehr für Deinen Mann zur Verfügung steht... hättest Du nicht ebenso Insuffizienzgefühle? Würdest Du nicht auch an Deiner Fraulichkeit zweifeln, seist Du auch noch so geschickt mit Deinen Händen und Deinem Mund, und würde Dein Mann Dir auch noch so oft sagen, das reiche im völlig aus? Wir Menschen sind zuweilen irrational in der Bewertung der uns umgebenden Situation... das ist leider so...

Geändert von enrico (25.01.2008 um 19:07 Uhr)
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #3  
Alt 25.01.2008, 18:58
19u72f
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 12
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Hallo Enrico,

danke für deine Antwort. Soweit kann ich der Angelegenheit auch noch folgen und die Ängste verstehen.
Das Problem liegt nur darin dass "Frau" sich fragen muss ob sie nicht mehr attraktiv genug ist. Die Libido müsste doch eigentlich vorhanden sein und wie bei einem Mann ohne ED das Verlangen bleiben. Aber wenn er dies so gar nicht zeigen kann, dann ist das sehr verwirrend.

Ich verstehe nicht warum mancher Mann dann nicht schneller versucht das Problem zu lösen. Es gibt ja auch genug Männer die ein Problem lösen was nicht da ist...

Mag ja auch mit dem Alter zusammenhängen. Ist wohl auch wieder jeder verschieden. Den Teufelskreis kenne ich jedenfalls sehr gut und der ist das schlimmste an der ganzen Sache. Und das Pillen nicht immer gleich helfen weiß ich nun auch - aber mein Mann hatte nach dem Versagen der Pille einen größeren Tiefpunkt als zuvor.

Trotzdem Danke
LG 19u72f
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #4  
Alt 25.01.2008, 19:19
enrico
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.11.2007
Ort: Köln
Beiträge: 110
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Nein, eben das muss Frau sich nicht fragen! (lies bitte nochmal meinen Beitrag), dann sollte es Dir klar werden, das FRAU sich nicht so fühlen muss, denn es liegt ja in der Regel nicht an ihrer fehlenden Attraktivität!

Wenn FRAU sich dennoch so fühlt (unattraktiv) dann deutet das wiederum eher auf ein Problem der Eigenwahrnehmung der Frau, und wird in der Regel nicht durch die tatsächlich greifbare Realität gedeckt!

Da muß ich Dich bitten Dir sehr genau die psychische Pathophysiologie, die ich versucht habe anschaulich zu beschreiben, noch einmal vor Augen zu führen. Und Du wirst feststellen, dass die Attraktivität der Frau dort so gut wie keine Rolle spielt. Wenn SIE das dann doch denkt, dann ist das ihre eigene Leistung ihres Gemüts, jedoch nicht durch zugrunde liegende Mechanismen begründet.

Ein Paar ist ein System... der eine wirkt auf den anderen, und es gibt große Unsicherheiten, insbesondere wenn es an richtiger, zielführender und konkreter Kommunikation fehlt... je weniger Kommunikation, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass FRAU falsche Schlüsse zieht und die Ursache in ihrer mangelnden Attraktivität sucht... Das mag in Einzelfällen auch so sein, aber ich lege meine Hand dafür ins heißeste Feuer, das dies Einzelfälle sind!

Grüße

Enrico

P.S. Ich schrieb eben schon, dass diese Pillen vorsichtig genutzt werden müssen, das die beste Pille der Welt nichts nützt wenn der Kopf nicht mitspielt! Also mit viel weniger Erwartung ran gehen! Gar nicht miteinander schlafen wollen! Einfach nur kuscheln OHNE das Sex am Ende stehen soll! Der Kopf muss mitspielen! Bitte lies Dir das nochmal durch! Das war wieder eine Niederlage für ihn! Er hatte einfach zu große Erwartungen... Kein Wunder das er jetzt noch tiefer ist!

Und noch etwas, Libido entsteht im Kopf, d.h. die muss überhaupt nicht vorhanden sein, denn wenn alles von dieser riesigen schwarzen Wolke namens "Zweifel" überlagert wird, dann gibts nullkommanull Libido im männlichen Kopf und damit auch im männlichen Körper... vergleiche es mit einer Depression... nicht selten haben depressive Menschen jahrelang überhaupt keinen Sex, nicht etwa weil sie keine Gelegenheit dazu haben, sondern schlicht und ergreifend weil oft deren Libido ohne Rückstände verschwunden ist. Glaub's mir, das gibt es... Genau das gleiche in einer Trauerphase... keine Libido (oft)... denn wie gesagt, die entsteht erst im Kopf! (nicht in den Hoden!!!)

Geändert von enrico (25.01.2008 um 19:30 Uhr)
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #5  
Alt 25.01.2008, 19:54
19u72f
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Beiträge: 12
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Hallo Enrico,

ich hab nochmal gelesen. OK es gilt also "nur " den Teufelskreis zu durchbrechen. Leider ist dieses Nur das ganze Problem.
Ich werde also geduldig dran bleiben. Mir liegt eigentlich auch vorrangig daran dass er sich wieder wohl fühlt.

Tja das mit dem Reden ist eben schwer... Er will nicht darüber reden - er ist ein Selbstproblemlöser. Naja und ich tu mich immer schwer ihn an seien Teufelskreis zu erinnern - als ob ich das müsste...ich hab das Gefühl es ist allgegenwärtig.

Aber du hast mir mit deinen Aussagen sehr weitergeholfen. Ich werde mal abwarten was passiert - wir sind ja gerade dabei das Thema anzugehen. Ich hab nur furchtbare Angst vor neuen Fehlschlägen - Ich will nicht dass er so leiden muss. Dann verzichte ich lieber weiterhin...

Danke und liebe Grüße
19u72f
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #6  
Alt 25.01.2008, 20:36
enrico
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.11.2007
Ort: Köln
Beiträge: 110
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Ich könnte mir vorstellen, wenn es weiterhin nichts wird mit dem offen miteinander Reden, dass jemand, ein unabhängiger Dritter (z.B. ein Therapeut oder ein Arzt mit viiiiel Zeit) durchaus helfen kann mit euch gemeinsam die ersten Schritte zu gehen.

Wenn man im Schlamassel drin sitzt, sieht man häufig den Wald vor lauter Bäumen nicht... und so jemand könnte euch auf einen gemeinsamen Weg bringen, den ihr dann allein bis zum Ende laufen könnt.

Nur für den Fall das ihr beide es in absehbarer Zeit nicht alleine schafft! Als Anregung für den Fall der Fälle ;-)

"Eigenbrötler" kann ER vergessen! Das ist eine Sache zwischen euch beiden, und Du tust ihm keinen gefallen wenn Du das Thema meidest... Das solltest Du nicht akzeptieren! Du tust ihm damit auf lange Sicht keinen Gefallen, wenn es auch kurzfristig die Situation zu entspannen scheint, wenn ihr so tut als gäbe es das Thema gar nicht zwischen euch! IHR MÜßT MITEINANDER REDEN! UND DAS SEHR OFFEN! UND DAS SO LANGE BIS ES SELBSTVERSTÄNDLICH WIRD! Und wenn das alleine nicht geht, dann mit kompetenter Hilfe.

Viele Grüße

Enrico
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #7  
Alt 27.01.2008, 18:06
Gundolf
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.08.2006
Beiträge: 228
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Hallo enrico,

Sehr gute Beiträge ... da stimmt alles von vorn bis hinten. Habe mich während des Lesens beim Kopfnicken ertappt.

Gruß Gundolf
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  Eine Frage an die Männer... Beitrag #8  
Alt 04.02.2008, 20:36
Carling
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Registriert seit: 03.02.2008
Beiträge: 13
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Enrico, genau so empfinde ich auch! Sehr schön erklärt.

Vielleicht - auch wenn der Vergleich sehr drastisch ist - könnte man einen Mann mit ED, mit einer Frau nach einer Brustkrebs-OP vergleichen. Ich denke, dass viele davon betroffene Frauen, Situationen die zu Sex führen könnten, bewusst od. unbewusst vermeiden und sich zurückziehen.

Euer Part, liebe Partnerinnen, wäre, uns zu überzeugen, dass ihr die körperliche Nähe, die Zärtlichkeiten, auch ohne Sex bzw. ohne Penetration wollt. Vielleicht hilft es "einfach" vorher klar zu machen, "heute kein Sex, aber ganz viel Zärtlichkeit!". Dann fallen die Versagensängste weg und ihr kriegt am Ende vielleicht viel mehr, als vorher ausgemacht war.

Geändert von Carling (05.02.2008 um 18:33 Uhr)
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