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ED und Verzerrte Wahrnehmung Beitrag # 1

05.05.2011, 22:39
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Benutzer
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Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 44
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ED und Verzerrte Wahrnehmung
Hallo Ihr,
hoffe es ist ok wenn ich Euch als Frau hier ein paar Fragen stellen kann, würde mich über Antwort freuen. Ich bin mit einem Mann mit ED befreundet (noch kann ich mich nicht für eine Beziehung mit ihm entscheiden), und wir versuchen auch seit längerem richtigen Sex zu haben (inzwischen auch mit Viagra und Co).
Was mich so beschäftigt ist, dass sich durch seine langjährige ED auch seine Wahrnehmung total verschoben hat.
Es geht hier darum, dass er zB glaubte es wäre auch richtiger Sex, wenn er mit einer Frau im Bett ist und orale Befriedigung und Petting et cet stattfindet. Auch glaubte er wohl (oder wollte glauben) dass das für die Frau genug wäre und sozusagen "ausreicht".
Das Problem mit der ED hatte sich bei ihm so manifestiert (Versagensängste beim "richtigen" Sex et cet), dass alles was er an sogenannter sexueller Betätigung machte, nur noch so weit weg vom Körper und vom körperlichen stattfand, - klar, ohne Erektion kann man ja auch nichts anderes tun.
Also sprich: Ohne Erektion ist der Penis ja sozusagen körperlos, oral Sex (da hat man ja eher wenig gesamt-Körperkontakt), Pornograhie et cet.
Auch konnte er in all diesen Jahren (über 10) keine Frau an sich binden, was ja mit seinen Problemen kein Wunder ist. Auch das gibt er nicht gern zu und nimmt es nicht gern wahr.
Ging es Euch schon genauso, dass Ihr durch ED eine andere Wahrnehmung von dem was Ihr da eigentlich lebt und erlebt hattet?
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ED und Verzerrte Wahrnehmung Beitrag # 2

06.05.2011, 00:18
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Moderator
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Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Nähe Frankfurt/Main
Beiträge: 2.112
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Hallo Trinty,Klar ist es ok, hier deine Fragen hier zu stellen, dafür ist das Forum ja da.
Zitat:
Zitat von Trinity
Es geht hier darum, dass er zB glaubte es wäre auch richtiger Sex, wenn er mit einer Frau im Bett ist und orale Befriedigung und Petting et cet stattfindet. Auch glaubte er wohl (oder wollte glauben) dass das für die Frau genug wäre und sozusagen "ausreicht"?
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Was ist richtiger Sex? Alleine schon an dieser Frage scheiden sich die Geister. Bill Clinton hatte da auch mit Monica Lewinsky schon seine eigene Meinung, die sich nicht mit der Meinung anderer deckte. In einer Partnerschaft stellt sich aber diese Frage erst gar nicht. Hier gibt es Erwartungshaltungen und Vorstellungen von 2 Menschen und wenn diese nicht zusammenpassen dann funktioniert das eben nicht. Dies lässt sich auf alle Bereiche des Zusammenlebens anwenden. Von Schlafgewohnheiten, bis hin zu Vorlieben bei Mahlzeiten. Und dazwischen liegt die gesamte Bandbreite der wünschenswerten Gemeinsamkeiten.Ich glaube auch nicht, dass ein Mann mit ED hier bewusst eine Verschiebung seiner Wahrnehmung durchlebt. Hier baut „Mann“ sich allenfalls eine eigene Welt auf, die ihm und seinen Möglichkeiten und Können entspricht. Das ist dann eher so eine Art von Selbstschutz, weil „Mann“ ja nicht kann, wie „Mann“ gerne will. Und es kann durchaus sein, dass nach 10 Jahren diese „eigene Welt“ für ihn zum Normalzustand wird und er in dem festen Glauben ist, dass z.B. Penetration mit erigiertem Penis für Frau eher Nebensache ist. Dies aber nur dann, wenn „Mann“ nicht permanent daran erinnert wird. Letztlich ist das aber nicht viel anders, als wenn ein Mensch (egal, ob Frau oder Mann) alleine lebt und sich dabei seine eigene „Welt“ schafft, die in den Augen anderer eher als Realitätsfern betrachtet wird. Das geht vom „Putzfimmel“ bis hin zu „Starrsinn“ und stößt auf Unverständnis.
Zitat:
Zitat von Trinity
Ging es Euch schon genauso, dass Ihr durch ED eine andere Wahrnehmung von dem was Ihr da eigentlich lebt und erlebt hattet?
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Eine sehr persönliche Frage, die ich aber z.B. klar mit NEIN beantworten kann. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass z.B. ein Rollstuhlfahrer auch nicht unbedingt anstrebt, beim Iron-Man mitzumachen, aber reizen würde ihn das sicher schon, wenn er nur könnte. Aber, es ging ja um ED und da glaube ich eher, dass die jeweilige Partnerin darüber befindet und auch mit bestimmt, was die Ziele sind. Und auch diese Ziele können durchaus sehr unterschiedlich sein.
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ED und Verzerrte Wahrnehmung Beitrag # 3

06.05.2011, 02:30
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Registriert seit: 04.03.2011
Ort: Ludwigshafen
Beiträge: 48
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Hallo Trinity
Probleme im sexuellen Bereich machen definitiv einsam und verändern das Verhalten eines Menschen.
Vor allem weil man ja der Gesellschaft vorgaukeln muß, daß man gesund ist und eben im wichtigen sexuellen zwischenmenschlichen Bereich keine Probleme hat.
Daß heißt man lügt sich und andere ständig an.
Ich hatte früher zwar keine ED, aber litt unter starkem vorzeitigem Samenerguß, eine längere Penetration war also unmöglich.
Wir haben es miteinander ausgehalten, eben so.!
Was ein Paar miteinander im Bett macht ist sehr individuell wie Illka schon schrieb.
Das befriedigende miteinander kann durchaus mit anderen sexuellen Praktiken
erreicht werden. Ich bin schon etwas überrascht wie viel Wert die sich hier
meldenden Frauen gerade auf die PenetrIon legen.
Aus Kommunikationen in meinem leben war das eher nicht so.
Mit dem alter ist eine leichte ED hinzugekommen, mit gleichzeitiger Abnahme der Libido.
Nach erfolgreichem Einsatz der Potenzpillen bin ich einfach ein anderer Mann geworden und traue mich Sachen, die ich früher nie gemacht hätte.
Daran ist jetzt die Partnerschaft zerbrochen.
Es kann also durchaus ein zweischneidiges Schwert für die Frau sein, wenn Krankheiten in diesem Bereich nachhaltig "geheilt" werden.
Es empfiehlt sich Vorsicht ranzugehen.
Aber ein experimentieren mit den Pillen ist für beide sinnvoll und erstrebenswert.
Gruß Edigum
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ED und Verzerrte Wahrnehmung Beitrag # 4

06.05.2011, 19:32
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Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 44
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Zitat:
Zitat von Ilkka
Hallo Trinty,
Was ist richtiger Sex? Alleine schon an dieser Frage scheiden sich die Geister. Bill Clinton hatte da auch mit Monica Lewinsky schon seine eigene Meinung, die sich nicht mit der Meinung anderer deckte. In einer Partnerschaft stellt sich aber diese Frage erst gar nicht. Hier gibt es Erwartungshaltungen und Vorstellungen von 2 Menschen und wenn diese nicht zusammenpassen dann funktioniert das eben nicht. Dies lässt sich auf alle Bereiche des Zusammenlebens anwenden.
Ich glaube auch nicht, dass ein Mann mit ED hier bewusst eine Verschiebung seiner Wahrnehmung durchlebt. Hier baut „Mann“ sich allenfalls eine eigene Welt auf, die ihm und seinen Möglichkeiten und Können entspricht. Das ist dann eher so eine Art von Selbstschutz, weil „Mann“ ja nicht kann, wie „Mann“ gerne will. Und es kann durchaus sein, dass nach 10 Jahren diese „eigene Welt“ für ihn zum Normalzustand wird und er in dem festen Glauben ist, dass z.B. Penetration mit erigiertem Penis für Frau eher Nebensache ist. Dies aber nur dann, wenn „Mann“ nicht permanent daran erinnert wird. Letztlich ist das aber nicht viel anders, als wenn ein Mensch (egal, ob Frau oder Mann) alleine lebt und sich dabei seine eigene „Welt“ schafft, die in den Augen anderer eher als Realitätsfern betrachtet wird. Das geht vom „Putzfimmel“ bis hin zu „Starrsinn“ und stößt auf Unverständnis.
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Hallo Ilka und lieben Dank für Deine ehrliche Auseinandersetzung mit meiner Frage.
Ich weiss auch dass mein Ausdruck "Verzerrte Wahrnehmung" sehr undiplomatisch war, vielleicht kann ich den Titel ja noch entsprechend umändern!!!
Nochmal zum Thema "richtiger Sex", mir fällt als erstes dazu ein, dass nebst der Penetration auch einfach die Körpersprache und die Körpernähe eine ganz andere ist.
Oral Sex und Petting sind immer so weit weg vom Körper, ganz besonders natürlich beim oral sex. Da spürt man sich bestenfalls noch an den Beinen, mehr ist ja nich drin.
Der Effekt der "kollidierenden Körper" entfällt total, das Ganze ist irgendwie körperlos.
Ich hätte nie gedacht, dass das für mich so einen riesen Unterschied macht.
Vor allem fällt mir auch auf, dass beim "richtigen Sex" eine ganz andere emotionale Nähe entsteht.
Gibt es tatsächlich eine Frau, die ohne Penetration ein glückliches, zufriedenes Sexleben führt?
"Mann baut sich eine eigene Welt auf" trifft es genau, so erlebe ich ihn auch. Allerdings war es am Anfang sogar noch um einiges schlimmer, da klang er sogar so, als ob er gar nicht wahrnimmt dass ja wohl offensichtlich mit ihm was nicht stimmt.
Wir können aber inzwischen richtig gut reden, von daher sind wir ja auch immer noch "zu Gange" sozusagen und ich bin neugierig wies weiter geht.
LG Trinity
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ED und Verzerrte Wahrnehmung Beitrag # 5

06.05.2011, 20:01
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Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 44
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Zitat:
Zitat von Edigum
Hallo Trinity
Probleme im sexuellen Bereich machen definitiv einsam und verändern das Verhalten eines Menschen.
Vor allem weil man ja der Gesellschaft vorgaukeln muß, daß man gesund ist und eben im wichtigen sexuellen zwischenmenschlichen Bereich keine Probleme hat.
Daß heißt man lügt sich und andere ständig an.
Gruß Edigum
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Hi Edigum und auch Dir Danke für Deine ehrliche Antwort, sie passt genau.
Das ist genau das, was er mir auch von sich erzählt hat- nämlich dass durch die Probleme mit seiner Sexualität sich sein gesamtes Verhalten allen Menschen gegenüber verändert hatte.
Er fühlte sich einfach immer befangen Anderen gegenüber. Alles war immer irgendwie "komisch".
Geändert von Trinity (06.05.2011 um 20:20 Uhr)
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ED und Verzerrte Wahrnehmung Beitrag # 6

06.05.2011, 20:19
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Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 44
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Zitat:
Zitat von Edigum
Hallo Trinity
Was ein Paar miteinander im Bett macht ist sehr individuell wie Illka schon schrieb.
Das befriedigende miteinander kann durchaus mit anderen sexuellen Praktiken
erreicht werden. Ich bin schon etwas überrascht wie viel Wert die sich hier
meldenden Frauen gerade auf die PenetrIon legen.
Aus Kommunikationen in meinem leben war das eher nicht so.
Gruß Edigum
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Hi nochmal Edigum,
das mit den anderen sexuellen Praktiken klingt so, wie Du es hier schreibst, sehr nett.
Ich fürchte aber dass dem nicht so ist, denn besonders in letzter Zeit achte ich darauf, was Leute untereinander über Sex reden.
Gerade heute hörte ich wieder wie zwei Kolleginnen sich emsig darüber unterhielten, die richtige Pille zu finden.
Keine dieser beiden Frauen wäre jemals auf die Idee gekommen zu sagen "ach macht doch nichts, dann hör doch auf zu verhüten und mach im Bett nur noch die Sachen bei denen man nicht schwanger werden kann".
Also sorry, niemals!
Und ja, Du hast Recht, Penetration wird normalerweise von Frauen nicht thematisiert, weil es einfach ganz selbstverständlich zum Leben dazu gehört.
Es ist sozusagen so selbstverständlich, dass niemand auch nur im Ansatz darüber nachdenkt.
Klar geht es hier um Penetration, was mir aber auch so auffällt ist einfach die fehlende Körpernähe bei anderen Praktiken. Man ist einfach bei anderen Praktiken nie so richtig zusammen, es gibt keine kollidierenden Körper (zB bei oral o. Petting).
lieben Grüss&Danke für Deine ehrliche Antwort
Trinity
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