Hallo allesamt!
Ich bin jetzt 30 und habe seit circa 5 Jahren ernsthafte Probleme auch beim onanieren. Nächtliche/morgendliche Erektionen habe ich seit langer Zeit nicht mehr, ausnahmsweise in den letzten 2 Jahren auffälligerweise nach dem Genuß einer größeren Menge Alkohols. Nachdem ich nun vor 2 Jahren bei einem Urologen war, und dieser mir Levitra zum testen mitgab, lief der erste Test beim onanieren absolut großartig: 1/4 Tablette (=5mg) Hose runtergezogen, sofort eine spontane Erektion, ohne Hand anlegen zu müssen, und habs mir dann mit großer Freude 3 mal selbst gemacht - ein tolles Gefühl, wie mit 17

Seltsamerweise liefen darauffolgende Tests dann eher so, wie ich es auch ohne Levitra gewohnt war - keine richtige Erektion, keine richtige Erregung wohl auch.. Dann ein "Test" mit einer Bekannten, alles großartig verlaufen und Spaß gehabt

Später beim Onanieren wieder ohne Erfolg.
In etwa in dieser Zeit hatte ich dann auch etwa 2 Wochen lang wieder nächtliche Erektionen. Dies muß vorher nicht der Fall gewesen sein, denn diese Zeit ist mir besonders in Erinnerung geblieben.
Ich zog dann wegen einer neuen Arbeitssstelle um, in eine Wohnung, die mir absolut nicht behagt hat - die Stelle war zudem befristet, die Zukunft ungewiß. In dieser Zeit begann ich etwas Sport zu treiben, und irgendwann in diesem Jahr, teilweise ging es mir auch da recht gut, wieder 1/4 Tablette, Porno angeschaltet, und sofort stand er, was ich schon lange nicht mehr erlebt hatte (ca. etwas mehr als ein Jahr nach dem oben beschriebenen Erlebnis).
Nun bin ich abermals umgezogen, wohne hier seit etwa einem Jahr, habe eine neue Freundin, und nichts klappt... Dazu muß ich sagen, daß ich mich hier wirklich nicht wohl fühle, ein noch stärkerer Grübler wurde, immer noch keinen Anschluß gefunden habe... etc. Ich glaube, ich hatte eine gewisse Zeit nächtliche Erektionen, nachdem ich abends onaniert hatte, bin mir aber nicht sicher. Onanieren macht mir auch seit einer längeren Zeit keinen Spaß mehr, eine Erektion bekomme ich immer erst kurz vor dem Orgasmus, wenn ich mich mit Gleitcreme stimuliere. Dann aber steht er wie eine eins, verliert sich aber auch schnell wieder. Pornographie lässt mich völlig kalt, wie alles andere auch.
Nun habe ich endlich (!) verstanden und akzeptiert, daß auch diese extreme und eigetnlich absolute Form von Impotenz psychischer bzw psychosomatischer Natur sein muß. Bestätigt hat dies letztendlich ein Antidepressivum: nachdem die meisten dieser Medikamente ja sexuelle Probleme eher verstärken, wirkt dieses auf den Serotoninhaushalt und soll eher positiv auf Erektionen wirken. Nun habe ich in der Tat wieder nächtliche Erektionen. Was für mich im Umkehrschluß bedeutet: Organisch muß "da unten" alles in Ordnung sein. Was nicht passiert ist, daß entsprechende Signale vom Kopf kommen. Nerven müssen allerdings auch in Ordnung sein, denn andererseits hätte ich nicht zwei mal diese spontanen Erektionen unter Levitra gehabt. Diese durchschlagende Wirkung damals führe ich auf die besondere "sexuelle Spannung" und Erwartung beim ersten ausprobieren zurück. Wenn ich heute sogar eine ganze nehme, passiert nichts.
Mein Neurologe/Psychiater bestätigte mir, daß Depressionen sich derart extrem auswirken können. Immerhin können bei Frauen auch Monatsblutungen ausbleiben. Die psychische Seite wird immer reduziert auf Unsicherheit mit dem Partner, was aber durchaus nicht der Fall ist - es kann sehr viel weiter gehen, und jeder Betroffene reduziert das Problem auf den Körper, da er sich nicht als psychiatrischen Fall sehen will. Bei einer Depression hat man meist keine Lust, der Botenstoffhaushalt des Gehirns ist bisweilen sehr gestört, darunter auch Hormone, die für Erektion und sexuelles Empfinden wichtig sind. Ich habe heute auch das Gefühl, daß sich Berührungen am Penis nicht intensiv anfühlen, der Orgasmus auch irgendwie stumpf.
Vielleicht kann jemand etwas dazu schreiben, Erfahrungen und ähnliches. Nach einer Woche medikamentation hat sich einiges etwas gebessert, ich schaue recht optimistisch in die Zukunft

Vielleicht kann dieser Beitrag aber auch so einigen die Zuversicht geben, beim Neurologen vorzusprechen, wenn sie ähnliche Symptome verspüren.