Auch ich habe Probleme mit meinem gestörten sexuellen Trieb durch übermäßigen Pornokonsum. Das geht soweit, dass ich an Hochtagen 4-5 Stunden damit verbringe, mir Pornographie aus dem Netz zu saugen und dazu dann 6-7 mal masturbiere. Ich habe schon längst einen Punkt erreicht, bei dem von einem gesunden Verhältnis zur Selbstbefriedigung keine Rede mehr sein kann.
Beginn der Selbstbefriedigung: Ich kann mich erinnern, dass ich schon sehr früh ein sexuelles Verlangen hatte, ohne das ich überhaupt wusste, was Sex eigentlich ist. Es begann schon im Kindergarten, natürlich keine Selbstbefriedigung oder dergleichen, aber das Interesse für den eigenen Körper war schon da vorhanden. Das erste Mal SB gab es dann im Alter von 8 oder 9 Jahren, wobei es damals eher ein Reiben an einer Decke war, als ich an meine Banknachbarin dachte. Was ich da genau tat, wusste ich gar nicht genau und ich konnte das auch gar nicht einordnen und dachte sogar, ich sei der Einzige, der sowas machen würde.
Frühe Pubertät: Schon so im Alter von 10-12 Jahren hab ich mir dann des öfteren einen auf die Unterwäschemodells in den Katalogen runtergeholt. Alles noch ganz harmlos, wobei spätestens in dem Alter dann auch das Interesse an den Mädchen begann.
Pubertät: Mein Vater war immer offen für neue Technik und so kam es, dass wir bald auch Internet hatten und ich schätze, dass ich bereits im Alter von 13 Jahren die ersten erotischen Bilder im Internet gesucht habe. Pornos waren dann wenig später dran. Anfangs natürlich eher so kleine Clips, die für mich schon zu dem Zeitpunkt völlig ausreichend waren. Das hat sich dann mit der Zeit und der Bandbreite des Internets auch immer mehr gesteigert.
Mit Frauen lief leider während der Schulzeit nie was, war auch nicht gerade einer der ‘coole’ Typen und bin von jeher eher introvertiert gewesen. In meiner Schulzeit hab ich auch nicht wirklich viel aus meinem Typ gemacht und in der Freizeit wurden eher Computerspiele gezockt. Also die übliche Geschichte und es war auch nicht verwunderlich, dass sich keins der Mädchen für mich interessierte.
Auszug von Zuhause/ Studium: Mit 19 Jahren ging es dann auf zum Studium in eine andere Stadt und für mich begann dann eine neue Zeit. Hatte ich eigentlich vorher keine besonderen Probleme mit mir, so änderte sich das jetzt und viele Dinge wurden mir viel klarer. Zum einen, dass ich sozial viel zu zurückgezogen bin, Probleme hatte neue Leute kennen zu lernen und ich wohl auch nie eine Freundin finden werde, wenn ich nicht generell was ändere. Hab mich dann auch mit dem Thema soziale Phobie beschäftigt und darüber ein paar Leute kennengelernt. Generell kann man sagen, dass ich heute mit 26 Jahren schon wesentlich aufgeschlossener und selbstbewusster bin als damals. Mit Frauen lief dann allerdings auch lange nichts.
Der Pornokonsum stieg natürlich an, weil ich jetzt allein lebte und somit das einfacher ausleben konnte. Es war aber noch im gemäßigten Maße und ich hab entweder auf Phantasien oder Pornos masturbiert.
Freundin mit 22 Jahren: Mit 22 hab ich dann meine erste Freundin kennengelernt. Sie hatte auch Probleme und vorab kann ich sagen, dass ich auch keinen Sex mit ihr hatte. Sie hatte nicht so das Verlangen danach und ich war wohl zu schüchtern, um sie dazu zu drängen. Wichtig für meine Einschätzung ist aber, dass ich zu dem Zeitpunkt wohl noch eine funktionierende Libido hatte. Wenn wir ein bißchen gekuschelt haben, dann hab ich auch gemerkt, dass sich in meiner Hose was tat. Von der Zeit weiß ich auch, dass ich oft starke sexuelle Bedürfnisse hatte, wenn ich mal 2 Tage nicht masturbiert habe und dann auch problemlos eine Erektion bekommen habe. Ich denke, bis dahin war eigentlich noch alles normal mit meiner Potenz und der sexuellen Lust.
Mit der Freundin war es dann nach nach ca. einem dreiviertel Jahr vorbei, was für mich zu einer Depression führte. Unter anderem brach ich mein Studium ab und war auch sonst sehr verzweifelt und wusste generell nicht mehr weiter. Der Pornokonsum stieg stark an, nicht weil ich jetzt mehr Lust hatte, sondern einfach um mich abzulenken und den Kopf frei zu bekommen. Es war ein probates Mittel gegen Einsamkeitsgefühle. Ich hab bestimmt ein Jahr gebraucht, um mich wieder einigermaßen neu zu ordnen. Selbstbefriedigung habe ich von dem an eher aus Gewohnheit betrieben und jetzt lief alles nur noch virtuell ab. Eigene Phantasien gab es keine mehr.
Zweite Freundin mit 25 Jahren: Mit 25 Jahren hab ich dann eine Frau kennengelernt, die großes Interesse an mir zeigte. Sie war echt bildhübsch und hat auch kein Geheimnis daraus gemacht, dass Sex für sie sehr wichtig ist, sie gern auch experimentiert und auch versaute Sachen mit ihr möglich sind. Eigentlich ein Traum für jeden Mann. Relativ schnell sind wir dann auch bei ihr im Bett gelandet und es lief einfach gar nichts. Ihre sexy Dessous törnten mich nicht an, sie konnte reiben wie sie wollte und auch orale Stimulation führte zu keinem Ergebnis.
Ich muss dazu sagen, dass ich mit 24 Jahren auch mal bei einer Prostituierten war, um mich endlich von der Last der Jungfräulichkeit zu befreien. Auch da habe ich versagt, aber dort hab ich es eher auf die Nervösität und das geschäftsmäßige Zusammenkommen geschoben. Besonders hübsch fand ich sie auch nicht. Aber wahrscheinlich bestand mein Problem damals schon, aber den Warnschuss hab ich wohl nicht gehört.
Als es dann mit besagter Freundin nicht sofort geklappt hat, habe ich auch beschlossen mal Abstand von Masturbation und Selbstbefriedigung zu nehmen. Letztendlich hab ich es dann auch mal 17 Tage ohne Selbstbefriedigung geschafft und gar 3 Monate ohne jegliche Pornos. Leider führt das zu keiner Verbesserung und meine Libido blieb im Keller. Wir hatten dann letztendlich zwar 2 mal Sex, wobei bei einem Mal meine Erektion auch wieder mittendrin verschwunden ist. Aus Frust hab ich dann wieder mit Pornos angefangen, wo wieder alles hervorragend funktionierte.
Aktuell: Mittlerweile bin ich 26 und seit 3 Monaten von der Freundin getrennt. Die Trennung ging von mir aus und dass es im Bett nicht geklappt hat, war nicht unbedingt der alleinige Grund für das Aus, aber sicherlich ein ganz wichtiger. Es kommen ja auch ‘Nebenwirkungen’ durch den Pornokonsum dazu. So ist man emotional wohl distanzierter und da mir der Pornokonsum auch peinlich war hab ich ihr auch nie davon erzählt, obwohl ich mir vorstellen könnte, dass sie verständnisvoll reagiert hätte. Letztendlich stand dieses Geheimnis wohl auch immer zwischen uns.
Ich bin ziemlich enttäuscht von mir und auch traurig, dass da doch soviel Gutes war, aber es letztendlich an dem gescheitert ist, was eigentlich der größte Spaß hätte sein können. Nach der Enttäuschung weiß ich auch nicht so richtig, wie ich zukünftig auf Frauen reagieren soll. Wenn man weiß, dass es vielleicht nicht klappen könnte, dann ist man auch vorsichtiger und scheut eher eine neue Beziehung. So jedenfallls mein derzeitige Einstellung.
Klar ist, dass ich jetzt die Notbremse ziehen muss. Solange ich nicht das Gefühl habe, auch wieder sexuell von einer ECHTEN Frau angezogen zu sein, solange weiß ich auch gar nicht, ob ich mich nochmal näher an eine Frau rantrauen werde.
Was ich für Pornos geschaut habe: Ich habe eigentlich eher ziemliche 08/15-Pornos geschaut. Ich kann nicht sagen, dass die Pornos im Laufe der Jahre härter geworden wären. Eigentlich war ich auch eher auf der Suche nach gefühlvollen Pornos, bei denen auch eine gewisse Intimität herrscht. Ich deute das auch mal so, dass das auch mein inneres Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit widerspiegelt, wenn das auch nur virtuell für mich möglich ist.
Tag 1-4: Okay, den Ausstieg hab ich Ostern begonnen. Zum einen ist das eine gute Zeit, da dann weniger Streß aufkommt und man nicht in Versuchung geführt wird, Streß durch Selbstbefriedigung abzubauen. Zum anderen auch gefährlich, weil man sich schneller langweilt und man nicht so abgelenkt ist. Als Gegenprogramm habe ich jetzt verstärkt mit Sport (Joggen,
Fitness,...) angefangen, was bislang ganz gut wirkt.
Ich bin zur Zeit relativ unruhig und ich merke, dass mich Lärm mehr stört als sonst. Ansonsten habe ich keine Nebenwirkungen vom Entzug festgestellt.
Ich merke, dass meine Libido von selbst gar nicht offensichtlich wird. Also ich habe gar nicht so ein sehr gesteigertes Verlangen danach, mich zu befriedigen und wenn ich nicht aktiv daran denke, dann passiert da auch nichts. Was ich heute Nacht festgestellt habe, ist dass eine Erektion bekomme, wenn ich das Kopfkino einschalte. Hab dran gedacht, wie der Sex mit meiner Ex-Freundin hätte sein können und wenn ich mich konzentriert habe, kam sogar eine Erektion. Das ist ein gutes Zeichen!
Ich hoffe, ich halte noch länger durch. Mit Pornos soll generell Schluss sein. Ich hab mir damit einfach zu viel verbaut. Auf Selbstbefriedigung werde ich nicht völlig verzichten. Eine Selbstkasteiung wäre wieder das andere Extrem und Masturbation ist ja auch was natürliches, was jeder gesunde Mensch macht. Es soll nur etwas weniger werden und vor allem nur dann geschehen, wenn ich auch die sexuelle Lust verspüre und nicht weil mir langweilig ist, ich der Realität mal kurz entflüchten will oder weil ich Stress abbauen möchte. Ich habe auch eine Fleshlight (so eine Art Kunstmuschi), die ich wohl hauptsächlich zum Onanieren nutzen werde. Die Stimulation ist ja eher wie bei einer echten Frau und auch nicht ganz so hart wie mit der Hand. Außerdem klappt das auch nur, wenn man wirklich eine Erektion hat.
Außerdem denke ich, dass Sport ganz wichtig ist um sich in seinem Körper wohler zu fühlen und ich werde das auch weiterverfolgen.
Respekt, wer es geschafft hat so weit zu lesen! Ich werde hier demnächst meine weiteren Erfahrungen aufschreiben.