Hallo und vielen Dank erst mal für das Verständnis. Selbst beim Nachschauen auf eventuelle Antworten oder Kommentare hab ich jedes mal feuchte Hände bekommen, in der Annahme, daß man meine Geschichte als übertrieben oder erfunden abtun würde

. Es tut schon mal gut, daß man mit dem Problem nicht alleine in der Welt steht. Es tut auch gut, die Geschichte überhaupt einmal rauslassen zu können. Und es tut erst recht gut, daß es Menschen gibt, die ernsthaft versuchen, sich in meine Lage zu versetzen und Lösungswege aufzeigen!!! Die Idee mit dem Callgirl ist mir auch schon durch den Kopf gegangen, aber da hab ich noch "Berührungsängste" mit, weil ich nicht weiß, wie ich mein Anliegen formulieren soll und wo/wie ich an eine Verständnisvolle gelange. Ein neutraler Ort ist dafür sicher besser als das eigene Heim, oder? Kommt noch das Gefühl dazu, die Frau, die ich so sehr liebe, zu betrügen. Egal, ob sie mich längst verlassen hat. So bin ich nun mal. Ich werde mich aber damit in nächster Zeit sicher auseinandersetzen.
Zu dem Ratschlag, einer möglichen nächsten Partnerin gleich vorweg die volle Wahrheit zu gestehen, möchte ich auch noch Stellung nehmen. Ich hab das bisher vermieden, weil ich befürchtete, sie könnte mich schon vor dem ersten Versuch (mehr war's ja nie) verlassen, weil bei mir ja doch nichts zu erwarten ist. Dazu kam die Gewissheit, daß jedwede Partnerin ja mit jedem Jahr erfahrener geworden sind, während Mannomann auf dem Stand "Petting mit 14 Jahren" "stehen"-geblieben ist. (Originalton!) Das kann einem schon jeden Lebensmut verhageln, obwohl die Freundin sich bei vollständigem Wissen um meine Situation sich eines anderen Tons bedient hätte.... hoffe ich, nein, wäre wohl so. Aber es ist so unglaublich schwer, ja unmöglich, zumindest für mich, sich in die Gedankengänge einer Frau hineinzuversetzen. Da war Deine ausführliche Schilderung, liebe Sun 78, für mich schon Gold wert. Und Jackomo und Mischa, ihr habt sicher recht mit Euren Vorschlägen. Ich glaube ja selbst, daß ich nach ein paar Erfolgserlebnissen mehr Selbstvertrauen gewinnen kann. Ist ja bei anderen Tätigkeiten genauso, und hier haben wir es ja mit der normalerweise natürlichsten aller "Tätigkeiten" zu tun.
Mein Therapeut hat mir auch letztens viel mehr Mut gemacht, als bisher. Somit werde ich erst mal bei ihm bleiben. Ich war aber auch bislang kaum in der Lage viel zu sprechen, sondern hab mehr geheult als gesprochen. Von wegen wir finden nichts, wie ich anfangs geschrieben hatte, arbeiten wir inzwischen an einem stark verdrängten Kindheitserlebnis. Ihr glaubt garnicht, wie in welch entfernte Hirnwindungen man das versteckt, wo es dann ein Leben lang unbewußt gärt. (Allerdings denke ich auch, daß die Dunkelziffer viel größer ist und trotzdem viele Betroffene gelernt haben, damit umzugehen, oder?) Allein schon aus dieser Tatsache resultiert mein Grundgedanke zum Thema Sex>>> Es ist etwas grundsätzlich Verbotenes und Schmutziges, ich muß aufpassen nicht erwischt zu werden (obwohl ich ja nicht der Täter war, so hatte er es doch geschafft, mir das schlechte Gewissen zu übertragen. Auf jeden Fall, NICHT erwischt werden, sonst wäre ich schuld gewesen! Dann nix wie weg, Flucht! Und von meinem Therapeuten habe ich gelernt, daß Adrenalin ein extrem starker Hinderungsgrund für eine Erektion ist.) Ich mußte so mit ca. 11-12 Jahren einem Exhibitionisten über längere Zeit "dienlich" sein und konnte mich aufgrund meiner Erziehung niemandem anvertrauen und um Hilfe bitten, es waren andere Zeiten als heute. Was hab ich mich geekelt, aber ich war wie gelähmt vor Entsetzen. 12-jährige damals sind nicht zu vergleichen mit 12-jährigen von heute. Wenn ich wüßte, wo, bzw. ob der noch lebt, ich glaub, ich würd ihn...... Die Distanz zwischen dem vorherrschenden Fühlen und Reagieren auf die Bedrohung Sex auf der einen und rationalem Wissen um die Schönheit der Beschäftigung damit und dem womöglichen Genuß auf der anderen Seite ist bei mir noch viel zu groß. Aber der Wunsch auf Genuß ist da!
Für kommenden Donnerstag hab ich mir allerdings etwas (für mich!) ganz Großes vorgenommen und hoffe, daß meine Erwartungen erfüllt werden. Ich werde an dieser Stelle berichten.
Die Psychopharmaka sind recht leicht und die Einnahme kontrolliert auf ein halbes Jahr begrenzt, um meine latent vorh. Suizidgedanken (gewesenen) zu bändigen. Ist aber auch eine Sche...jahreszeit. Ich fühl mich z. Zt. auch recht stabil und denke, daß sich in dem halben Jahr bei mir irgendetwas in Richtung Lösung des Problems tun wird/muß. Ich geh's ja erst seit ca 3 Monaten an. Der Verlust meiner letzten Freundin (hab mit dem Ausdruck 'Partnerin' ein Problem, weil dazu eben mehr gehört) schmerzt allerdings immer noch sehr, weil, da, wo ich liebe "wächst kein Gras mehr". Ich habe nämlich meine "Strategie" seit 35 Jahren auf einen anderen Sektor verlegt, nämlich ein fürsorglicher, großzügiger, verständnisvoller und
bedingungslos liebender Freund zu sein = die einzige Chance, eine Freundin zumindest eine Zeit lang für mich zu interessieren, aber vielleicht erstickt die eine oder andere daran!? Wenn die "letzte und ganz große Liebe" sich nochmal melden sollte, ist die Frage, ob ich ihr die ganze Wahrheit nachträglich schildern soll in der Hoffnung, daß sie so reagiert, wie sun78 es für möglich hält, oder ob ich sie so verschrecke, daß alle Chancen vertan sind. Sie hatte mich explizit gefragt, ob ich denn wüßte, was ich von ihr verlange und wie lange es denn mit der Therapie noch dauern würde. Ob das nun der Grund war oder ein anderer, kann ich nur mutmaßen. Jedenfalls begründete sie selbst die mangelnde Erektionsfähigkeit auf eventuell mangelhafte Attraktivität ihrerseits, was ich ihr immer und immer auszureden versucht habe. Sie hätte doch nur mal in den Spiegel zu schauen brauchen, so "klasse" war, nein, ist sie. Das war gleichzeitig Teufelskreis, und Sackgasse, aus der wir nicht herausgefunden haben.
Well, im Moment geh ich viel raus mit Freunden und jogge, was das Zeug hält. Auch ein gutes Medikament!
Mannomann!