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Noch nie und nimmer
  Noch nie und nimmer Beitrag #1  
Alt 30.10.2009, 23:30
Mannomann
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 04.05.2009
Beiträge: 22
Standard Noch nie und nimmer

Hallo,

ich lese schon sehr lange in diesem Forum mit, hatte aber selbst nie den Mut, meine Lebensgeschichte, was dieses spezielle Problem der Potenz betrifft, mitzuteilen. Meist beneide ich Euch um Eure Probleme im Zusammenhang mit Eurem Alter, ich habe nämlich die Mitte der 50 überschritten, habe von Anfang an versagt und warte/warte nicht auf eine erfolgreiche Penetration mit einer geliebten Frau. Ich weiß nämlich garnicht, ob ich noch Hoffnung haben soll. Von Hause aus absolut sexual- und Frauen-feindlich erzogen, hab ich !heimlich! im Alter von 25 meine erste Freundin gefunden. Nach sage und schreibe 2 Jahren Freundschaft hat sie mir angedroht, daß, wenn ich nicht mal langsam "dranginge", sie sich einen anderen suchen würde. Panik: also mal ganz verschämt angefasst, wenig später bei einer Gelegenheit versucht, mit ihr zu schlafen, ging natürlich schief, nichts bewegte sich mehr bei mir, statt dessen fing ich an vor Angst zu schwitzen und dachte mehr an Flucht denn an Beischlaf. Seitdem hat sich bei mir unauslöschlich eingebrannt: Du kannst das nicht, du versagst immer, das ist was für die anderen. Und was hab ich dieses Mädchen geliebt!! Bin dann fast 10 ! Jahre deprimiert allein geblieben. Dann hab ich wieder durch Zufall jemandE kennengelernt, es klappte aber von Beginn an nichts, wieder verlassen worden. Also wieder die Bestätigung, ich kann das nicht. Dann wieder allein, viele, viele Jahre, sehr deprimiert, nach außen aber immer der lebensfrohe, beruflich sehr erfolgreiche, gutaussehende, hochgewachsene, sportliche Traummann jeder Schwiegermutter. Und jetzt vor einem Jahr hab ich sie getroffen, die Frau, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen wollte. (Klar, sie hat mich angesprochen. Warum soll ich jemanden ansprechen, den ich ja anschließend enttäuschen müßte!) Ich, verliebt über alle Ohren, sie erfolgreich drei Monate hingehalten (obwohl ich sie wirklich körperlich begehrte!) ,auf Händen durch die Welt getragen, alles stimmte, Lebenseinstellung, Interessen, Äußeres, kein einziger Streit, wie gesagt, alles! Dann kam der Tag X. In ihrer wunderschönen, romantischen Wohnung wollte sie mehr (ich ja auch, wußte aber nicht, wie), ich war noch nicht ganz ausgezogen, da war ich schon naßgeschwitzt vor Versagensangst und mußte mich bereits abtrocknen, und, hab natürlich versagt. Sie war enttäuscht, sagte mir aber mit bedauerndem, aber süßen Ton: Was ist los? Ich druckste rum: keine Ahnung, was los ist. Hab mich dann irgendwie rausgeredet. Bei einem späteren 2. Versuch genau das gleiche und sie empfahl mir, mal einen Doc aufzusuchen. Hab mir dann ein Herz gepackt (genauso geschwitzt, wie beim Versuch....) einen Urologen besucht. Der stellt fest: körperlich einwandfrei, Nieraucher, seit viiiielen Jahren keinen Tropfen Alk, sportlich, absolut gesund, Testostheron stimmt, tägliche Morgenlatte, aber der Kopf spielt keinen Millimeter mit. Bin jetzt seit 3 Monaten in sexualtherapeutischer Behandlung (wir finden nix, bin aber auch nicht vom anderen Ufer!), mein Schatz hat mich aber vor 1 Monat verlassen, ohne Worte, ganz plötzlich, bin sicher, um mich nicht weiter zu verletzen. Sie, vor mir sexuell sehr aktiv und erfahren, trifft ausgerechnet auf mich, hatte wohl keine Hoffnung mehr, ich ja auch nicht wirklich. Habe übrigens mit den entsprechenden Tabletten die erwünschte Erektion, aber dann weiß ich nicht weiter. Panik krieg ich trotzdem, weil ich garnicht weiß, ob, wann und wie sie/ich zum Höhepunkt komme. Ich kann die Situation gar nicht genießen, mich nicht fallen lassen, beobachte und kontrolliere alles, frag mich ständig, ob es ihr gefällt, mein Denkapparat läuft auf Hochtouren. Sie hat mir mal vor einiger Zeit gesagt: Nein, Schatz, so geht das nicht! Der Satz hat mich dann entgültig gefällt. Nun lieg ich da, glaubt mir, wenn ich die letzten 40 Jahre Revue passieren lasse, fange ich jedesmal an zu heulen wie ein Schlosshund. Ich quäle mich durchs Leben, nehme jetzt Psychopharmaka und kenne keinen Lösungsweg, zu spät. Und meine Liebste fehlt mir mitsamt ihren Kindern, dieser Schmerz bohrt derzeit am meisten! Ihr glaubt mir nicht? Es war wie beschrieben, eher schlimmer. Jemand eine Lösung? Zumindest meine Botschaft: Erzieht Eure Kinder zu einer gesunden Sexualität! Hab mich jetzt drei guten Freunden erklärt, die konnten mir auch kaum glauben, waren völlig entsetzt. Niemand, der von meinen Versagensängsten nichts wußte, konnte je verstehen, daß mich meine drei Freundinnen verlassen konnten. Ich denke, daß schon viel über mich getuschelt wird, weil so'n Kerl immer noch/wieder alleine ist. Mein Therapeut, so empfinde ich es, macht mir überhaupt keine Hoffnung (darf er vielleicht nicht!?), sondern schiebt mich in die Richtung: Suchen Sie sich Ihre Lebensform! Gibt es wirklich nicht-homosexuelle Männer, die körperlich gesund nur aufgrund der Psyche nie in der Lage sind, "erfolgreich" mir einer Partnerin Sex zu erleben? Das wär ein Debakel.
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