Hallo liebe Foris!
Ich bin neu hier und schlage, themenentsprechend, hier auf, weil mein Freund ein kleines Erektionsproblem hat. Ich weiß allerdings nicht, ob es an seinem kleinen Freund liegt oder an mir.
Mein Freund ist 38, ich 31 Jahre alt. Wir sind erst seit vier Monaten zusammen. Anfangs hatte ich nur das Problem, dass er nicht kam. Nachdem ich das ansprach, ließ er sich wohl etwas mehr fallen und das Problem wurde zwischenzeitlich weniger. Dabei schlich sich dann aber das Problem ein, das ich mit seinem kleinen Freund habe.
Ich formuliere es deswegen als mein Problem, weil mein Freund nach eigenen Angaben kein wirkliches Problem sieht. Das Erektionsproblem sprach ich gestern zum ersten Mal an - nicht gerade unforsch, muss ich zugeben. Aber dazu später mehr.
Unser Sexleben war anfangs noch relativ normal. Relativ insofern, dass ich vorher wohl einfach sehr verwöhnt war, was die Erektionsfähigkeiten meiner Exen angeht. Sobald es auch nur halbwegs in Richtung Sex ging, standen sie wie ne Eins und blieben dort auch die ganze Zeit. Bei meinem Freund war das nie so. Ich musste ihn schon immer eigenhändig oder -mündig "hochholen". Das klappte dann aber auch zumindest bis zu einem halberigiertem Zustand. Den Rest erledigte er selbst. Ich hatte auch ein Mal ein Erfolgserlebnis, dass ich ihn mit der Hand befriedigen konnte. Das ist jetzt ca. 2 Monate her.
Seither geht es irgendwie bergab. Ich richtete weder mit Mund noch mit Hand mehr viel aus, für die benötigte Erektion zum Eindringen musste er selbst Hand anlegen. Inzwischen ist es sogar so, dass wenn er schon Hand angelegt hat und eine Erektion da ist und er auch möchte, dass ich sozusagen übernehme, dann fällt alles sukzessive in sich zusammen.
Ich muss sagen, dass mich dies nach wiederholtem Passieren fast schon etwas "traumatisierte". So was kannte ich ja nun wirklich nicht und ich fühle mich mehr als unfähig, was meine "Künste" betrifft.
Ich reagiere nun ehrlich gesagt mit sehr eingeschränkter Libido. Er macht es ganz wunderbar bei mir, aber auch das kann ich nicht mehr genießen, denn ich kann ihm ja sozusagen nichts zurückgeben. Mit anderen Worten: Er ist toll, aber ich bin unzulänglich. Dadurch fühle ich mich sexuell furchtbar unattraktiv und will eben nicht mehr. Ich möchte eben auch geben können, aber ich kann es nicht. Auch wenn ich versuche, meine Hand genau so zu führen wie er, wenn er sich mit sich selbst beschäftigt. Aber da alles den Effekt hat, dass es dann eher schlechter wird als besser, wenn ich mich mit ihm beschäftige, probiere ich es erst gar nicht mehr.
Da er mir, als ich ihn auf den oft ausbleibenden Orgasmus ansprach, sagte er mir, das sei normal bei ihm. Da es aber dann besser wurde, hoffte ich, dass sich auch das mit der Erektion "von selbst" erledigt und irgendwann besser wird. Es wurde aber immer schlechter. Die Orgasmusschwierigkeiten waren bis zuletzt auch wieder regelmäßig da...

Ich hoffte aber weiter. Naja, man kann es verdrängen nennen. Meine sexuelle Unlust führte ich dabei für mich auch gerne auf Stress bzw. Pille zurück. Was man sich eben so erklärt als Frau, die sich in einer ihr vollkommen neuen Situation wiederfindet.
Nun hatte mein Freund mir sein altes Handy dagelassen, damit ich es mit seiner Karte nutzen konnte. Alte SMS hatte er nicht gelöscht und ich stöberte, nachdem ich eine SMS erhielt, in seinem Speicher rum. Ich weiß, eigentlich nicht die feine Englische, aber wir haben ein gutes Vertrauensverhältnis und ich machte es sicher nicht zu Kontrollzwecken. Zumal er sein neues Handy inzwischen auch einen guten Monat in Gebrauch hat und sowieso nichts "Frisches" hätte auftauchen können.
Jedenfalls bekam ich SMS zu Gesicht von einer Frau, mit der er vor einem knappen Jahr was hatte. Sex-SMS. An sich ja nichts Wildes, auch wenn das niemals mein Stil wäre und eben auch weit vor meiner Zeit. Es war der Inhalt, der mich völlig von den Socken riss: Sie hatte wohl kein Problem, seinen kleinen Freund mündlich hochzukriegen und von Organsmusschwierigkeiten keine Spur. Wie sie es beschrieb, konnte er locker zwei Mal hintereinander. Und das, wo er mir doch sagte, er wäre noch nie leicht gekommen.
Gut, nun muss nicht stimmen, dass das, was sie schrieb, auch so möglich war. Aber schreibt frau einem Mann, bei dem es nicht einfach ist, eine Erektion hinzukriegen, dass sie das so mir nichts, dir nichts macht? Schreibt frau einem Mann, dass er zwei Mal hintereinander kommt, wenn er damit Schwierigkeiten hat? Ich denke nicht, denn sie würde ihn damit ja nun gehörig unter Druck setzen, was für eine reine Vögelfreundschaft ja nun eher hinderlich ist...
Ich war jedenfalls völlig von den Socken. Mein Körper reagierte so heftig, dass ich mich übergeben musste und vor lauter "Ekeleifersucht" (ich kann es nicht anders umschreiben) hab ich auch gleich ne Pilzinfektion bekommen.
Ich liebe diesen Mann sehr und deswegen macht mir meine in meinen Augen bewiesene sexuelle Unzulänglichkeit mehr als Sorgen. Ich war außerdem wütend auf ihn, wütend auf mich und überhaupt.
In dem Zustand sprach ich ihn darauf an. Ich bin eine rhetorische Waffe und zerhackstücke jeden mit meinen Worten, wenn ich es drauf anlege. Ich hab ihm sehr wehgetan. Ich merkte das auch, kam aber nicht raus aus meiner Rage, die sich aufgrund der wahnsinnigen Enttäuschung aufgebaut hatte.
Wie gesagt, befand er unser Sexleben absolut nicht als besorgniserregend und war vollkommen verwundert und traurig über meine heftige Reaktion. Die war so auch nicht nötig, ich hab mich auch entschuldigt, aber besser macht es das ja jetzt auch nicht. Ich hab ihm jetzt wahrscheinlich noch den letzten Rest an Reiz an meiner Person genommen...
Er beteuert, dass er mich sehr wohl begehrt. Er meint, ich sei die Frau seines Herzens, SEINE Frau. Aber was bringen diese schönen Worte, wenn ich es doch ganz anders spüre und sehe? Für mein Gefühl lügt er mich damit an, denn er kann ja anders, nur eben nicht mit mir. Mit mir ist flaute. Zumindest dann, wenn ich mich mit seinem kleinen Freund beschäftige. Sex ist dann kein Problem, der Orgasmus aber schon. Ich kann aber nicht ne halbe Stunde auf Vollgasmodus, damit das bei ihm geht. Selbst mit Gleitmittel bin ich schlicht irgendwann wund. Ergo, er sagt, er begehrt mich, aber es stimmt doch nicht...
Wie gesagt, mag sein, dass ich verwöhnt war bisher, aber Begehren kenne ich eben genau andersrum. Bei einem Blick auf mich, steht der Lümmel und bleibt da auch, bis der Mann kommt und dann kommt die nächste Runde, wenn ICH dann noch kann. Es kam vielleicht mal vor, dass man(n) bei den ersten Malen etwas "überfordert" war mit mir. Zuviel des Guten, sozusagen. Aber das legte sich nach ein paar Versuchen immer ganz fix.
Ich versteh die Welt nicht mehr und bin völlig verzweifelt. Ich mein, ich würde es ja vielleicht noch verstehen, wenn seine Vögelfreundschaft oder seine Ex besser ausgesehen hätten als ich, aber nein, ich seh ne ganze Ecke besser aus, ohne jetzt arrogant oder eingebildet rüberkommen zu wollen.
Was mach ich denn jetzt? Ich sehe uns mehr oder weniger als gescheitert an, denn man kann doch nicht passend machen, was nicht passt. Aber ich liebe ihn, sehr sogar und ich will ihn nicht aufgeben.
Doch dann denke ich wieder etwas langfristiger und was dann? Ein Mann will geil vögeln, eine Frau will sich begehrt fühlen. Genau das bekommen wir nicht hin. Das wird doch letztlich darauf hinauslaufen, dass einer oder gar beide früher oder später fremdgehen.
Was kann ich nur machen? Habt Ihr ne Idee, woran es liegen könnte, wenn er doch sagt, er begehrt mich? Er muss doch nicht lügen, das hat doch keinen Wert. Vielleicht begehrt er mich. Aber warum klappt es dann nicht mit uns? Was ist da los? Könnt Ihr mir was raten?
Vielen Dank schonmal!
LG, sun
PS: Ich bitte um schonungslose Ehrlichkeit. Trost ist immer nett, aber es bringt einen nicht wirklich weiter. Weiter bringt einen nunmal immer nur die Wahrheit. Also spart daran bitte nicht, denn ich kann mit Direktheit sehr gut umgehen, auch wenn es mir schlecht geht.